15. Mai 2026 | 09:39 Uhr
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Kuba steuert auf die ultimative Energiekrise zu

Mehr als nur ein Blackout: Kuba steuert auf die ultimative Energiekrise zu. Die kubanische Regierung räumt den Zusammenbruch der Treibstoffversorgung ein, die Bevölkerung wird auf die "Option Null" vorbereitet. Strom, Transport und auch Wasser stehen schon bald nicht mehr zur Verfügung. 

Kuba Oldtimer Cuba Havanna Straße

Kuba steht vor dem totalen Stillstand, in dem Land gibt es kaum noch Energie. Das Auswärtiges Amt rät dringend von Reisen ab

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Dramatische Entwicklung auf der Karibikinsel. Der kubanische Energieminister Vicente de la O Levy spricht Klartext: "Wir haben absolut keinen Brennstoff und absolut keinen Diesel. Wir haben keine Reserven", so der Politiker laut der Zeitung El Pais. Tatsächlich, nicht nur außerhalb der Hauptstadt, sondern inzwischen auch in weiten Teilen Havannas dauern die Stromausfälle laut Deutscher Welle 20 bis 22 Stunden täglich. Die Geduld der geplagten Bevölkerung ist zunehmend erschöpft. An vielen Orten im Land ziehen Protestierende über die Straßen und skandieren lautstark Parolen wie "Macht das Licht an".

Doch auf eine kurzfristige Verbesserung der Situation dürfen sie nicht hoffen. Im Gegenteil, die Lage könnte sich innerhalb der nächsten Stunden und Tage noch weiter verschlimmern. In zahlreichen Whatsapp-Gruppen kursiert aktuell ein Dokument, welches angeblich vom Nationalen Generalstab des Zivilschutzes stammt. Sein offizieller Status ist noch nicht bestätigt. Darin heißt es: "Aufgrund einer Unterbrechung der externen Treibstoffversorgung und der kritischen Erschöpfung unserer internen Reserven steht das Land kurz davor, die Option Null umzusetzen." Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird mit 98 Prozent angegeben, die Reserven seien "im Laufe dieses Wochenendes unwiderruflich erschöpft".

Die letzten Reserven sind für Krankenhäuser und das Militär reserviert

Strom werde "ausschließlich für Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen und strategische Sicherheitsstandorte erzeugt", der Verkehr komme in den nächsten Stunden "nahezu vollständig zum Erliegen", heißt es. Hotels werden in der Aufzählung der strategischen Standorte nicht genannt. Da auch Generatoren ohne Diesel nicht laufen, dürfte selbst in großen Resorts die Stromversorgung zusammenbrechen, mit entsprechenden Folgen für Klimaanlagen, Aufzüge, Wasserpumpen, Kühlketten und Internet. Das Auswärtige Amt rät bereits seit dem 18. März 2026 aufgrund der Energiekrise von Reisen nach Kuba dringend ab, derzeit befinden sich nur wenige Touristen vor Ort.

Hintergrund der Krise ist die seit vier Monaten bestehende US-Energieblockade gegen den kommunistischen Inselstaat. Präsident Donald Trump hatte im Januar angeordnet, jedem Land, das Treibstoff an Kuba liefert, mit Zöllen zu drohen. Weder Mexiko noch Venezuela liefern seither Öl, welches auf Kuba für die Stromerzeugung benötigt wird. Lediglich ein russischer Tanker brachte in den vergangenen Woche etwas Rohöl. Doch nun scheinen sämtliche Vorräte endgültig erschöpft.

Pascal Brückmann

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