26. April 2026 | 09:28 Uhr
Teilen
Mailen

Im Ahrtal entsteht mit Dorint-Hotel neues Leuchtturmprojekt

Der Wiederaufbau des Dorint-Hotels in Bad Neuenahr im Ahrtal kommt voran. Investor Dirk Iserlohe berichtet, dass der Bauantrag in Kürze eingereicht wird, die Eröffnung soll noch im kommenden Jahr erfolgen. Das Hotel erhält einen großen Spa-Bereich inklusive Außenpool. Gleichzeitig eignet sich das Hotel für große Konferenzen.

Dorint Bad Neuenahr Ahrtal

Zentraler Punkt des Bauantrags ist die Verlegung der Rezeption in den mittleren Gebäudeteil. Dort wird ein transparenter Neubau angesetzt, der als Empfangsgebäude dient

Der Wiederaufbau des durch die Flut zerstörten Dorint-Hotels in Bad Neuenahr schreitet voran. Dorint-Gesellschafter Dirk Iserlohe gibt im Gespräch mit Hotel vor9 ein Update zu dem Großprojekt. Mit dem Stadtrat in Bad Neuenahr-Ahrweiler sei Einvernehmen über die Pläne erzielt worden, nachdem das Modell und das Konzept dort vorgestellt wurde.

Das Hotel wird noch ein zusätzliches kleines Stück Land erwerben, um die geplanten Erweiterungen auf eigener Fläche realisieren zu können. Hintergrund: Die bisherigen Flächen im Park waren exakt auf die Gebäudegrenze limitiert. Durch den Zukauf können neue Retentionsflächen für künftige Hochwasserereignisse geschaffen und gleichzeitig der Spa-Außenbereich mit Barbecue- und Barlandschaft auf eigenem Grund realisiert werden. Der notwendige Bauantrag werde in Kürze beim Bauamt in Bad Neuenahr eingereicht. Die Genehmigung, insbesondere für den Brandschutz, liege dann bei der Kreisverwaltung.

Budget zwischen 45 und 48 Millionen Euro

Im Vergleich zu den ursprünglichen Schätzungen von über 35 Millionen Euro (ohne Kaufpreis des Gebäudes und Grundstücks) hat sich das Investitionsvolumen nun etwas erhöht. Iserlohe beziffert die Gesamtmaßnahme inklusive Kaufpreis und Nebenkosten auf 45 bis 48 Millionen Euro. Aktuell laufen laut Iserlohe Finanzierungs- und Investorengespräche. Im Zuge der Bauantragsstellung werde man auch Wiederaufbau-Hilfen des Landes Rheinland-Pfalz beantragen.

Aktuell ist das Bestandsgebäude bereits vollständig entrümpelt, Möbel seien entfernt, erste Teilabbrüche bereits erfolgt. Fachplaner aus den Bereichen Statik, Architektur, Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektro hätten ihren Input für den Bauantrag geliefert. Der "große Startschuss" für die eigentlichen Bauarbeiten werde dann nach der Sommerpause erwartet.

Spa rückt ins Zentrum – mit Außenpool und möglicher Rooftop-Bar

Besonderes Augenmerk erhält künftig das Thema Spa. Anders als zuvor, der alte Pool lag im Keller und war bei der Flut mit der gesamten Technik vollgelaufen, soll der neue Pool innen und außen miteinander verbunden werden, sodass Gäste nach dem Vorbild von Thermen herausschwimmen können. Der Spa-Bereich wird sich über drei Ebenen erstrecken und kann auch von der Bevölkerung der Region genutzt werden. Neben Gastronomie und einer „Beach-Fläche“ ist möglicherweise auch noch eine Rooftop-Bar möglich, kündigte Iselohe an. Zur Energieversorgung sind Photovoltaikanlagen auf den Dachflächen vorgesehen, kombiniert mit Speichertechnologien und Wärmepumpensystemen.

Klare räumliche Trennung von Spa und Konferenz

Die Aufteilung des Hauses ist so konzipiert, dass sich Spa- und Konferenzgäste nicht in die Quere kommen sollen. Zentraler Punkt des Bauantrags ist die Verlegung der Rezeption in den mittleren Gebäudeteil. Dort wird ein transparenter Neubau angesetzt, der als Empfangsgebäude dient. An der ursprünglich geplanten Größenordnung von 180 Zimmern hält Iserlohe fest. Auch das Grundkonzept sei unverändert. 

Als Zieltermin für die Fertigstellung nennt er nun das zweite Halbjahr 2027, statt der zuvor anvisierten Eröffnung zu Ostern 2027. In Kürze soll ein Musterzimmer entstehen, das von Geschäftsführung, Technik und Operations geprüft wird, bevor die Serienproduktion beginnt. Iserlohe geht von einer sehr guten Auslastung aus, da die Bettenkapazitäten in Bad Neuenahr weiter niedrig seien. Vor der Flut habe es laut seiner Schätzung rund 1.400 bis 1.500 Zimmer gegeben, aktuell seien es nur etwa 350. Viele kleinere Hotels seien nicht zurückgekehrt. Auch wegen Generationenfragen und einer veränderten Einstellung jüngerer Generationen zur dienstleistungsintensiven Hotelarbeit.

Das neue Dorint solle ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Region werden, Kooperationen mit Winzern sind in Vorbereitung, um die Themen Wein, Naherholung und Radwandern in das Hotelkonzept einzubinden. Eine Radstation mit Reparaturwerkstatt und Lademöglichkeit für E-Bikes soll den Gästen den Zugang zu den Rotwein-Wanderwegen und Radwegen erleichtern.

Pascal Brückmann

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.

Anzeige