Auswärtiges Amt mildert Reisehinweise für Türkei
Die Behörde hat die 2017 verschärften Reisehinweise für Touristen und Geschäftsreisdende nach dem Ende des Ausnahmezustands abgemildert. Unter anderem wurden die Warnungen vor Notstandsregelungen, wie dem 14-tägigen Polizeigewahrsam ohne Vorführung bei einem Haftrichter vor einer möglichen bis zu siebenjähriger Untersuchungshaft gestrichen. Die Warnung vor Festnahmen wurde auch ganz generell etwas abgeschwächt. Während bisher die Rede davon war, dass die Wahrscheinlichkeit von Verhaftungen "deutlich angestiegen" sei, lautet die Formulierung nun: "Es ist weiterhin von einem erhöhten Festnahmerisiko auszugehen." Die aktualisierte Version mahnt Reisende zwar weiterhin zur Vorsicht. Sie enthält aber bereits seit Mai nicht mehr die Warnung, es sei mit willkürlichen Festnahmen "in allen Landesteilen der Türkei einschließlich der touristisch frequentierten Regionen" zu rechnen.
Die Bundesregierung hatte die Reisehinweise vor gut einem Jahr als Reaktion auf die Festnahme des Menschenrechtlers Peter Steudtner und die vorherige Inhaftierung deutscher Journalisten in der Türkei verschärft. Insgesamt waren nach dem gescheiterten Putschversuch 2016 mehr als 20 Festnahmen deutscher Staatsbürger aus politischen Gründen erfolgt. Im September 2017 folgte eine weitere Verschärfung mit einer konkreten Warnung vor Festnahmen in Urlaubsorten wie Antalya.