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18. Juli 2020 | 12:00 Uhr
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Mailen

Urlaubstipps für Wildtierfreunde

Die Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife hat Empfehlungen zusammengestellt, um Wildtierbegegnungen auch jenseits von Fernreisen zu ermöglichen. So lassen sich etwa Luchse (Foto) auch in heimischen Nationalparks antreffen, Wale gibt es auch entlang der Küsten Europas. Bei Souvenirs und landestypischen Speisen gilt es auch im Nahbereich, einiges zu beachten, damit der Artenschutz gewährleistet ist.

Luchs

Die ursprünglich geplanten Fernreisen dürften durch Corona in diesem Sommer größtenteils ausfallen. Dagegen sind Urlaubsziele in Deutschland und Europa momentan so begehrt wie nie. Die richtige Zeit also, um Kultur, Gastronomie und die regionale Flora und Fauna in Europa neu zu entdecken. Um möglichst umweltbewusst zu reisen und den Wildtieren vor Ort nicht zu schaden, sollten Urlauber einige Faustregeln beachten, empfiehlt Pro Wildlife.

Safari daheim: Egal ob im Schwarzwald, in der Eifel oder im Wattenmeer – Nationalparks sind besonders gut geeignet, um die Landschaft und ihre typischen Pflanzen und Tiere kennenzulernen. Wer Wildtiere in Freiheit beobachten möchte, braucht häufig nicht mehr als ein Fernglas und etwas Geduld. Um jedoch ein scheues Tier wie den Luchs zu entdecken, sollte man dafür eine fachmännische Führung buchen. Zwar ist eine Sichtung nicht garantiert, man erfährt aber in jedem Fall viel Wissenswertes zu den Tieren und deren Lebensraum. „Das Erlebnis, ein wildes Tier mit seinem natürlichen Verhalten zu beobachten, ist einzigartig – und durch keinen Besuch im Zoo oder Wildpark zu ersetzen, wo die Tiere eingesperrt sind“, sagt die Biologin Katharina Lameter, die die Tourismus-Kampagne bei Pro Wildlife leitet.

Whale Watching: Um Wale und Delfine zu beobachten, muss man weder nach Hawaii noch nach Südafrika reisen – und schon gar kein Delfinarium besuchen. An den Küsten von Portugal, Frankreich, Spanien oder Kroatien leben nicht nur Delfine oder Schweinswale, mit etwas Glück  lassen sich auch Pottwale oder sogar Finnwale sichten. „Vielerorts werden spezielle Bootsausflüge zu den Meeressäugern angeboten“, so der Tipp der Expertin. „Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, dass der Veranstalter sich verpflichtet, sich den Tieren nur respektvoll und langsam zu nähern, einen Mindestabstand einzuhalten und sie nicht zu verfolgen.“

Souvenirs: Urlaubsmitbringsel sollen landestypisch sein und an eine schöne Reise erinnern. Ein Tabu sind dabei allerdings Produkte, die aus Wildtieren hergestellt werden, wie zum Beispiel Korallenketten aus Sizilien, Perlboote und Muscheln aus Nizza oder Schlangenleder-Gürtel aus Mailand. „Einige solcher Souvenirs sind sogar artgeschützt, was Ärger am Zoll mit sich bringt. Doch auch ungeschützte Wildtiere sollten nicht für Schnickschnack sterben“, betont Lameter. „Es gibt immer auch tolle Alternativen aus Keramik, Stoffen, Holz oder Metall.“

Landestypische Speisen: Zu einem Urlaub gehört in der Regel auch das Probieren der regionalen Küche. Auf kaum eine andere Weise lassen sich Kultur und Mentalität vor Ort besser erleben, als durch einen Besuch im Restaurant oder auf dem Markt. Doch Wildtierfreunde sollten einen großen Bogen um Angebote wie Froschschenkel (sehr beliebt in Frankreich) oder Walfleisch (in Island, Norwegen oder Grönland) machen. „Millionen Frösche werden jährlich vor allem in Indonesien und der Türkei für europäische Gourmets eingefangen. Und jeder Tourist, der Walfleisch probiert, sollte sich bewusst sein, dass er damit auch die grausame Jagd auf die Meeresriesen mitfinanziert“, sagt die Pro Wildlife Sprecherin.

Zirkusse & Tiershows: Europäische Städte bieten eine schier unendliche Auswahl an Unterhaltungsmöglichkeiten, darunter jedoch auch einige, die aus Tierschutzsicht abzulehnen sind. „Wildtiere sind keine Entertainer“, erklärt Lameter. „Für ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm braucht es weder Tiershows noch Zirkusse, die die Ausbeutung von Wildtieren kommerzialisieren. Wir empfehlen Shows, Theater sowie Sport- und Freizeitparks, die ohne Wildtiere arbeiten.“

„Grundsätzlich sollte für umsichtige Touristen gelten: Wildtieren mit Respekt begegnen. Sie gehören weder auf einen Teller noch in einen Käfig“, erklärt die Pro-Wildlife-Sprecherin abschließend.

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