27. April 2026 | 07:00 Uhr
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Wie der VUSR das Profil des Outgoing-Tourismus schärfen will

Die VUSR-Vorsitzende Marija Linnhoff fordert im Reise-vor9-Podcast mehr politische Aufmerksamkeit für den Outgoing-Tourismus. Zum Branchentreffen des Verbandes auf Teneriffa ruft sie Reisebüros dazu auf, sich stärker unternehmerisch aufzustellen. Auch zur Öffnung des Verbandes für Veranstalter und zur Lage im Vertrieb bezieht sie Stellung.

Linnhoff Marija

Marija Linnhoff will Reisebüros und Veranstaltern eine stärkere Stimme geben

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Das Treffen auf Teneriffa beschreibt die VUSR-Vorsitzende nicht als Jahrestagung, sondern als Branchentreffen zum Austausch zwischen Politik und Tourismuswirtschaft vor Ort. Ziel sei, dem Outgoing-Tourismus mehr Bedeutung zu geben.

Linnhoff kritisiert, dass dieser Bereich in der deutschen Politik unterschätzt werde. Es gehe um drei Millionen Arbeitsplätze und um viele mittelständische Unternehmer, die auch im Ausland erfolgreich agierten. In der politischen Debatte werde dagegen häufig nur mit den großen Akteuren gesprochen.

Abgrenzung zum Deutschlandtourismus

Nach Linnhoffs Einschätzung liegt ein Grund für die geringe Aufmerksamkeit in der Vermischung verschiedener touristischer Interessen. Outgoing werde häufig mit Gaststätten, Hotels und Deutschlandtourismus in einen Topf geworfen. Genau das sei aus ihrer Sicht ein Kernproblem.

Der VUSR wolle diese Trennung klarer herausarbeiten. Solidarität mit anderen touristischen Bereichen schließe das nicht aus, sagt Linnhoff. Der Verband kämpfe aber in erster Linie für die Interessen des Outgoing-Tourismus und der Reisebüros.

Kritik an Kerosindebatte und Standortkosten

Ein Schwerpunkt des Treffens auf Teneriffa ist die aktuelle Debatte um den Iran-Konflikt und mögliche Folgen für die Branche. Warnungen vor einer Kerosinknappheit in Deutschland weist Linnhoff deutlich zurück. Die Verbandschefin sieht die eigentlichen Probleme an anderer Stelle. Die Branche habe strukturelle Belastungen schon lange vor dem Iran-Konflikt gehabt. Sie nennt hohe Standortkosten, Ticketgebühren und andere Abgaben. Darüber müsse die Politik sprechen, statt immer neue Schlagzeilen über vermeintliche akute Engpässe zu produzieren.

Mit Blick auf die Nachfrage räumt Linnhoff ein, dass sich nicht mehr alle Haushalte Flugreisen in gewohnter Form leisten könnten. Daraus leitet sie aber keinen generellen Einbruch der Reiselust ab. Urlaub bleibe für viele Deutsche wichtig, sagt sie. Verunsicherung spüre sie vor allem beim Wunsch nach mehr Flexibilität bei Buchungen.

Die Branche müsse deshalb stärker über alternative Mobilitätsformen nachdenken. Linnhoff nennt Bahn, Fernreisebus und erdgebundene Pauschalreisen. Nicht immer müsse es die Flugreise sein. Für Reisebüros und Veranstalter sieht sie darin eine Aufgabe, Angebote breiter aufzustellen und neue Lösungen sichtbarer zu machen.

Verband öffnet sich weiter

Zur Öffnung des VUSR für weitere touristische Akteure äußert sich Linnhoff erwartungsgemäß positiv. Das Echo auf die Entscheidung sei gut. Besonders wichtig sei, dass nun mehr Gespräche zwischen Reisebüros und Veranstaltern stattfänden statt übereinander.

Zugleich macht sie deutlich, dass der Verband für mehr Professionalität und politischen Einfluss zusätzliche Mittel braucht. Wenn der VUSR auf seinem jetzigen Niveau bleiben wolle, sei die Lage solide. Für den weiteren Ausbau müsse das Budget jedoch steigen. Darüber werde man gemeinsam mit den Mitgliedern entscheiden.

Reisebüros sieht Linnhoff in der Pflicht

Zum Abschluss richtet Linnhoff einen deutlichen Appell an die Reisebüros. Nach ihrem Eindruck entwickelt sich der Vertrieb sehr unterschiedlich. Ein Teil der Büros steigere die Umsätze spürbar, während andere rückläufige Buchungen meldeten.

Den Unterschied macht aus ihrer Sicht vor allem die Nähe zum Kunden. Erfolgreiche Büros kümmerten sich intensiv um ihre Kunden, spezialisierten sich und dächten unternehmerisch eigenständig. Andere verließen sich zu sehr auf Kooperationen oder Franchisegeber. Linnhoff warnt zudem davor, die Veranstalter als Mitbewerber für den stationären Vertrieb aus dem Blick zu verlieren.

Christian Schmicke

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