31. August 2020 | 07:00 Uhr
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"Spanien war jetzt noch der letzte Todesstoß"

Die Publikumspresse hat die Touristikbranche und vor allem die Reisebüros nicht vergessen und berichtet fleißig über den Counter. Quer durchs Land wurden Stimmen eingefangen, wie die von Martina Ullrich aus Iphofen, die sich gerade mit ihrem Lotto-Geschäft und staatlicher Hilfe über Wasser hält.

Reiseabsage

Die Reisewarnung für Spanien, insbesondere Mallorca, sehen die Reiseverkäufer als überzogen und undifferenziert an.

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Die Reisewarnung für Spanien habe das zarte Fünkchen Hoffnung zunichte gemacht, sagt Ullrich im Interview mit der "Mainpost". Zudem sei die Warnung sehr undifferenziert, kritisiert die Reisebüroinhaberin.

Das Holiday Land Reisebüro Steidlinger in Lahr im Westen Baden-Württembergs gehört Claudia Steidlinger, die die Situation mit einem Wort zusammenfasst: "Schlecht." Bereits seit April gehe das Geschäft gegen Null, sagt sie der "Lahrer Zeitung". Auch das Reisestudio Ettenheim sieht sich eher als Krisenmanager, denn als Urlaubsmacher. "Kundenbetreuung im Ernstfall ist sehr wichtig geworden", sagt die Inhaberin des Reisestudios Ettenheim, Carin Furtwängler. "Die Kunden brauchen Rückhalt und Leitung für den Ernstfall." Auch sie sieht die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes mit einem kritischen Auge. "Ich finde es etwas überzogen, wegen einzelner Ballungsräume eine Reisewarnung für ein ganzes Land auszusprechen - Teilreisewarnungen wären hier wohl sinnvoller."

Ebenso hart getroffen hat die Corona-Pandemie die Agentur "Goldener Cent" im schwarzwäldischen Lahr als Spezialisten für Fahrten nach Osteuropa. "Große Reiseveranstalter halten ihre Angebote im Netz oft nicht auf dem aktuellen Stand", sagt Reisebürokaufmann Sergej Böhm, dessen Frau und Inhaberin Elena dann zum Hörer greift und die Hotels abtelefoniert.

Reisewarnungen killen Hoffnungsschimmer der Branche

"Es sieht nach wie vor ganz bescheiden, ja sehr schlimm aus“, erklärt Achim Lehnen, Inhaber des TUI Reisecenters Junker in Zweibrücken Rheinland-Pfalz. Einen kleinen Lichtblick bezüglich Buchungen im sonst düsteren Tourismushimmel habe es vor Wochen gegeben, zitiert ihn die "Saarbrücker Zeitung". "Doch durch die erneuten Reisewarnungen, unter anderem für Mallorca, Gebiete von Spanien, Bulgarien und Kroatien" ist das vorbei. Für ihn ist es nicht nachvollziehbar, weshalb man für die gesamte Insel eine Reisewarnung ausspricht. Nur Palma sei ein Corona-Hotspot. Wegen Kundenmangels arbeitet Lehnen in seinem Reisebüro derzeit alleine, seine sechs Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Ähnlich sieht es im Derpart-Reisebüro von Frank Schmid in Zweibrücken aus, dessen drei Angestellte ebenfalls in Kurzarbeit sind. "Katastrophal ist die Lage, nachdem am 15. August eine Reisewarnung für Mallorca und Spanien herauskam."

Immerhin hat Agenturinhaber Lehnen die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es bald wieder aufwärts geht mit der Reiseaktivität. "Wir hoffen alle, dass möglichst bald Impfungen gegen Corona möglich sind und man dann wieder zum Normalbetrieb in der Tourismusbranche zurückkehren kann.“

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