Sommerreisemarkt wächst trotz Gegenwind leicht
Der Deutsche Reiseverband (DRV) sieht die Branche trotz geopolitischer Unsicherheiten und verändertem Buchungsverhalten leicht im Plus. Für die laufende Sommersaison erwartet der Verband ein Umsatzwachstum von einem Prozent auf knapp 57 Milliarden Euro.
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Das Wachstum beim Verkauf von Urlaubsreisen fällt geringer aus als ursprünglich vom DRV erwartet
Allerdings hat der DRV seine Prognose deutlich nach unten korrigiert: Noch zu Jahresbeginn war der Verband von drei Prozent Umsatzwachstum ausgegangen, sowohl für den Sommer als auch für das gesamte Touristikjahr 2025/26. Nun rechnet der DRV laut seiner aktuellen Marktprognose, die gemeinsam mit Dr. Fried & Partner sowie Travel Data + Analytics erstellt wurde, für das Gesamtjahr nur noch mit einem Prozent Zuwachs auf rund 85 Milliarden Euro. Geopolitische Verwerfungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und steigende Preise hinterließen Spuren, so der Verband.
Das Buchungsverhalten hat sich laut DRV spürbar verändert. Zwar sei ein großer Teil der Sommernachfrage bereits Ende 2025 sehr frühzeitig eingegangen, teils stärker als im Vorjahr. Nach Ausbruch der Nahostkrise habe es jedoch eine kurzzeitige Zurückhaltung bei Neubuchungen gegeben. Seit Ende Mai zögen die Buchungen wieder an und lägen kontinuierlich über dem Vorjahresniveau. DRV-Präsident Albin Loidl betont: "Die Menschen möchten weiterhin reisen. Wir beobachten eine zeitliche Verschiebung der Buchungen – nicht aber einen grundsätzlichen Rückgang." Das Last-Minute-Geschäft habe zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen.
Mittelstrecke und Kreuzfahrt stark, aber die Fernreise schwächelt
Besonders gut entwickeln sich laut der Prognose Reisen in die westliche und östliche Mittelstrecke. Türkei, Spanien und Griechenland führen die Liste der meistgebuchten Flugpauschalreiseziele an. Auch Kreuzfahrten setzten ihren Wachstumskurs fort. Zudem erwartet der DRV in diesem Sommer eine stärkere Zunahme bei Auto-, Bus- und Bahnreisen innerhalb Deutschlands und in die Nachbarländer.
Deutlich schwieriger bleibt dagegen das Fernreisegeschäft. Hier wirkt sich laut DRV vor allem die Reisewarnung im März und April für viele arabische Länder aus: Die für Asienreisen wichtigen Umsteigeflughäfen im Nahen Osten konnten wochenlang nicht genutzt werden. Dieses Segment erholt sich erst langsam. Loidl gibt sich dennoch zuversichtlich: "Sobald sich das Umfeld stabilisiert, kehrt auch die Nachfrage schnell zurück."
Pascal Brückmann