21. Juni 2018 | 11:19 Uhr
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Reisebüros gehen gegen Eurowings auf die Barrikaden

Flugzeitenänderungen, neue Abflugorte, Verspätungen und Flugausfälle – die Performance der Lufthansa-Tochter Eurowings bietet schon länger Anlass zu Diskussionen. Auch im stationären Vertrieb sind die Unregelmäßigkeiten kurz vor Beginn der Sommerferien ein Riesenthema. Mehr als 100 Reisebüros, die sich auf Facebook in einer geschlossenen Gruppe von Reisebüroinhabern zusammengeschlossen haben, reicht es nun. In einem Brief, der Reise vor9 vorliegt, äußern sie ihren Zorn über die ständigen Pannen und drohen mit Konsequenzen.

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"Wir sind nicht mehr bereit, den Unmut unserer Kunden über gehäufte Flugzeiten- und Flughafenänderungen alleine und auf unsere Kosten zu tragen", heißt es in dem Schreiben, das an den Eurowings-Vorstand. Besonders die zahlreichen Änderungen zu sehr frühen oder späten Abflügen träfen die Kunden, und darunter vor allem Familien mit Kindern, hart. Ein weiteres Ärgernis seien Flughafenänderungen, nach denen Kunden plötzlich statt von Köln ab Stuttgart fliegen sollten.

Flugzeiten- und Airportänderungen en masse

"Die Unzufriedenheit und der damit verbundene Ärger trifft uns Reisebüros regelmäßig und wird von Tag zu Tag größer", klagen die Reisebüros. Viele Kunden nähmen "bereits Abstand davon, Flüge mit Eurowings zu buchen", denn der Ruf der Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit eile der Airline mittlerweile weit voraus. "Für uns als Vermittler ist das Vertrauen in Ihre Gesellschaft und die Grundlage Eurowings mit gutem Gewissen zu verkaufen und zu empfehlen, nicht mehr gegeben", resümieren die Vertriebsprofis.

Für die Reisebüros resultiere aus der Situation eine Menge Mehrarbeit, die sehr viel Zeit koste, ohne dass sie dafür vergütet würden: "Seitens der Fluggesellschaften ist es selbstverständlich, dass die Verkaufsstellen keinen Verdienst erhalten, dafür aber 300 Prozent Serviceleistung am Kunden erbringen."

Frist bis Monatsende

Abschließend stellen die Reisebüros Eurowings ein Ultimatum. Sie erwarteten eine schriftliche Stellungnahme bis spätestens zum 30. Juni, in der sich die Airline dazu äußern solle, wie Sie sich eine angemessene Vergütung der Reisebüros für die geleistete Mehrarbeit vorstelle und welche Maßnahmen Sie anstrebe, um künftig gehäufte Flugzeitenänderungen zu unterbinden. "Sollte diese Frist fruchtlos verstreichen sehen wir uns leider gezwungen, Ihnen mit Wirkung vom 1. Juli jedwede Änderung von Flugzeiten und/oder Flughafen mit pauschal 50 Euro pro Buchung und Änderung in Rechnung zu stellen." 

Eurowings-Chef Thorsten Dirks hatte jüngst Probleme der Airline eingeräumt, diese aber in erster Linie auf Wetterkapriolen, Fluglotsenstreiks und Probleme bei den Sicherheitskontrollen an Flughäfen zurückgeführt. Gleichwohl gab er zu, dass das massive Wachstum nach der Airberlin-Pleite seine Airline vor Probleme stelle. So habe Eurowings in den vergangenen sechs Monaten 3.000 Mitarbeiter eingestellt und damit die Belegschaft in etwa verdoppelt. Außerdem seien dieses Jahr weitere rund 40 Flugzeuge dazugekommen. Das müsse man jetzt „erst einmal verdauen“.

Christian Schmicke

 

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