Bentour
28. April 2017 | 09:35 Uhr
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Reisebüros fühlen sich von deutschen

Trotz starker Nachfrage – richtig glücklich ist die Liaison zwischen der deutschen Hotellerie und dem stationären Vertrieb nicht. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Gloobi.de-Umfrage unter rund 200 Reisebüros. Für zwei Drittel der Befragten spielt der Deutschland-Tourismus nur eine geringe oder gar keine Rolle. Und zwar keinesfalls wegen mangelnden Interesses der Kundschaft, schreiben viele Vertriebsprofis in ihren Kommentaren. Als Hauptschuldigen haben sie die Hoteliers ausgemacht. 68 Prozent der Teilnehmer an der Online-Umfrage erklären, die deutsche Hotellerie ziehe das Direktgeschäft der Zusammenarbeit mit ihnen vor. 64 Prozent sagen, die Hoteliers interessierten sich nicht für den Reisebürovertrieb. Nur elf Prozent bezeichnen die Zusammenarbeit als gut.

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Fokus auf Direktvertrieb. Dabei spielt es offenbar eine entscheidende Rolle, dass viele Hotels Kunden, die den Aufenthalt in ihrem Haus über Veranstalter und Reisebüros gebucht haben, nach wie vor intensiv dazu locken, beim nächsten Mal direkt zu buchen. Dafür offerierten sie häufig Rabatte oder kostenlose Zusatzleistungen, berichten die Vertriebsexperten.

Schwache Veranstalterprogramme. Ein weiteres Manko sehen die Reiseprofis im Angebot der Veranstalter. Nur 30 Prozent bezeichnen deren Programme als umfangreich, hochwertig finden sie nur 23 Prozent. Viele der großen Veranstalter hätten auf den Deutschland-Trend erst reagiert, als sich in den Sonnenzielen ernsthafte Krisenerscheinungen bemerkbar machten, lautet ein häufig geäußerter Vorwurf.

Last but not least spielt auch eine wichtige Rolle, dass die Stornobedingungen bei Direktbuchungen oder Buchungen über Hotelportale meist kulanter sind als bei Veranstalterbuchungen. Das bewege so manchen Kunden dazu, die Dienste der Reisebüros für den Urlaub im eigenen Land nicht in Anspruch zu nehmen, sagen viele Verkäufer.

Fast die Hälfte bleibt optimistisch. Dennoch ist für den Deutschland-Tourismus am Counter offenbar noch nicht Hopfen und Malz verloren. Immerhin glauben 48 Prozent mittelfristig an Wachstum. Zudem stehen die Voraussetzungen für eine bessere Zusammenarbeit aus der Sicht der Reiseprofis gut. 72 Prozent von ihnen bezeichnen die eigenen Kenntnisse in Sachen Deutschland-Tourismus als gut oder sehr gut.

Christian Schmicke

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