3. März 2026 | 12:19 Uhr
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Reedereien bangen um pünktlichen Start der Sommersaison

Nach der militärischen Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran sitzen mehrere Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf fest, darunter die Mein Schiff 4, die Mein Schiff 5 sowie die MSC Euribia. Sollte die Straße von Hormus noch länger gesperrt bleiben, ist die pünktliche Rückkehr der Schiffe zur europäischen Sommersaison gefährdet.

TUI Cruises Mein Schiff 5 Foto TUI Cruises

Die Mein Schiff 5 soll laut der aktuellen Planung bereits am 12. März in Dubai Richtung Europa ablegen, müsste dann aber durch die Straße von Hormus. Doch diese ist derzeit gesperrt

Derzeit liegt die Mein Schiff 4 von TUI Cruises in Abu Dhabi, die Mein Schiff 5 im Hafen von Doha, und die MSC Euribia befindet sich in Dubai. Neben der akuten Bedrohungslage stellt die Geografie die Reedereien vor ein gravierendes Problem. Alle drei Schiffe befinden sich innerhalb des Persischen Golfs, dessen einziger Zugang zu offenen Gewässern durch die Straße von Hormus führt. Diese Meerenge ist an ihrer schmalsten Stelle nur rund 39 Kilometer breit und wird im Norden vom Iran kontrolliert. Derzeit ist die Passage gesperrt. 

Wann sie wieder geöffnet und sicher zu passieren ist, ist nicht absehbar. Sollte der Iran die Durchfahrt dauerhaft militärisch blockieren oder verminen, säßen die Mein Schiff 4, die Mein Schiff 5 und die MSC Euribia in einer Sackgasse fest. Ein General der iranischen Revolutionsgarden hat bereits gedroht, jedes Schiff bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu "verbrennen".

Bisher sehen die Pläne der Reedereien wie folgt aus: Bei TUI Cruises sind die Überführungen der beiden Mein-Schiff-Einheiten aktuell noch als Transreisen mit Gästen an Bord geplant, inklusive einiger Zwischenstopps. 

Die Mein Schiff 5 soll laut der aktuellen Planung bereits am 12. März in Dubai ablegen und über zwei Etappen – zunächst via Oman, Durban und Port Elizabeth nach Kapstadt (Ankunft 29. März), dann weiter über Walvis Bay, die Kapverden, Teneriffa und Gibraltar – am 17. April Palma de Mallorca erreichen. Die Mein Schiff 4 soll am 22. März ab Dubai als "Weltentdecker-Route" starten und über die Seychellen, Mauritius, La Réunion, Südafrika, Namibia, die Kapverden und die Kanaren am 1. Mai in Palma de Mallorca eintreffen – eine 40-Nächte-Reise. Beide Reisen lassen sich bereits nicht mehr buchen.

MSC Cruises plante schon länger die Rückreise nach Europa ohne Gäste

MSC Cruises hat für die MSC Euribia die geplante Grand Voyage von Dubai nach Kiel, die vom 4. April bis 2. Mai 2026 mit Gästen an Bord stattfinden sollte, bereits im Herbst 2025 vollständig abgesagt. Stattdessen soll das Kreuzfahrtschiff am 4. April ohne Passagiere nach Kiel überführt werden. Lediglich mit operativen Zwischenstopps zur Treibstoff- und Proviantübernahme, um möglichst schnell im Zielhafen einzutreffen. Die Wiederaufnahme des regulären Betriebs ist für den 2. Mai in Kiel vorgesehen, wo die MSC Euribia in ihre vierte Sommersaison auf einwöchigen Norwegen-Kreuzfahrten ab Kiel und Kopenhagen starten soll.

Doch all diese Pläne setzen voraus, dass die Schiffe den Persischen Golf überhaupt verlassen können. Solange die Straße von Hormus gesperrt bleibt, ist an einen planmäßigen Aufbruch nicht zu denken. Insbesondere bei der Mein Schiff 5, deren Abfahrt bereits für den 12. März vorgesehen ist, wird der Zeitplan äußerst eng. In diesem Fall hätte die Reederei noch die Möglichkeit, die Rückreise zu beschleunigen: Wenn von den geplanten Transreisen mit zahlenden Gästen an Bord abgewichen und auf die vorgesehenen Zwischenstopps verzichtet würde, ließe sich die Fahrtzeit erheblich verkürzen.

Inzwischen hat MSC Cruises, anders als TUI Cruises, sämtliche verbleibenden Orient-Kreuzfahrten der aktuellen Wintersaison abgesagt. Grund seien die fortdauernden Einschränkungen in der Region, so die Reederei. 

Auf der ITB war die Situation der Reedereien das bestimmende vieler Gespräche auf den Ständen der Kreuzfahrtgesellschaften. Eine für Dienstag auf der  Messe geplante Pressekonferenz der Cruise Lines International Association (CLIA) mit Vertretern von Aida, TUI Cruises und MSC wurde dann aber kurzfristig abgesagt. Stattdessen veröffentlichte der Verband ein knappes Statement, in dem die Mitgliedsreedereien betonen, die Lage aufmerksam zu beobachten, in engem Austausch mit Behörden zu stehen und Notfallpläne zum Schutz von Gästen und Besatzung zu prüfen.

Pascal Brückmann

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