Online-Vertrieb profitiert stark vom Last-Minute-Geschäft
Das Last-Minute-Geschäft mit Veranstalterreisen bleibt auch im Juli stark und kommt vor allem dem Online-Vertrieb zugute. Von den sehr kurzfristig gebuchten Reisen im Juni und Juli entfielen 65 Prozent des Umsatzes auf Veranstalterportale und OTAs. Für den Sommer liegt der Online-Vertrieb um 16 Prozent über Vorjahr, der stationäre Vertrieb vier Prozent darunter.
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Zwei Drittel der Umsätze im Kurzfristgeschäft liefen im Sommer über Veranstalterportale und OTAs
Mallorca wirbt für Miteinander von Gästen und Einwohnern
Mit der Kampagne "Ich für dich, du für mich" will die Insel Mallorca das gute Miteinander von Gästen und Einheimischen stärken. Die Organisatoren setzen dabei auf Respekt statt Verbote. Veranstalter und Reisebüros können sich anschließen und die Botschaft an ihre Kunden weitergeben. Dabei geht es etwa um Rücksicht im Alltag, den Schutz von Natur und Kultur und die Unterstützung lokaler Anbieter. Reise vor9
Im Juli buchten Bundesbürger Veranstalterreisen im Wert von rund 2,1 Milliarden Euro. Das waren zwölf Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 39 Prozent des Umsatzes entfielen auf Reisen mit Abreise noch im Juli oder August, weitere 29 Prozent auf die Herbstferien im September und Oktober.
Das Marktforschungsunternehmen Travel Data + Analytics führt die starke kurzfristige Nachfrage auf einen Nachholer-Effekt zurück, der sich mit dem üblichen Geschäft der Kurzentschlossenen verbindet. Allein im Juni und Juli erreichten Reisen, die höchstens vier Wochen vor Abreise gebucht wurden, ein Umsatzvolumen von fast 1,1 Milliarden Euro.
Online gewinnt Marktanteile
Von diesem Last-Minute-Umsatz wurden zwei Drittel über Veranstalterportale und Online Travel Agencies (OTAs) gebucht. Zwar entwickelten sich auch die Buchungseingänge der Reisebüros positiv, der Onlinevertrieb profitierte jedoch deutlich stärker.
Von allen bislang gebuchten Sommerreisen 2026 entfallen inzwischen 46 Prozent des Umsatzes auf den Online-Vertrieb. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Entsprechend unterschiedlich fällt die Saisonbilanz aus: Während der Gesamtmarkt um vier Prozent über dem Vorjahr liegt, kommt Online auf ein Plus von 16 Prozent. Der stationäre Vertrieb liegt mit vier Prozent im Minus.
Wintergeschäft bleibt hinter Vorjahr
Ein Fünftel des Juli-Umsatzes entfiel bereits auf die Wintersaison 2026/27 ab November. Die Buchungseingänge lagen um elf Prozent über denen des Vorjahres. Dadurch verbesserte sich die kumulierte Winterbilanz gegenüber dem Vormonat um drei Prozentpunkte, bleibt mit minus zwei Prozent aber weiter im Rückstand.
Bei pauschal oder in Bausteinen organisierten Veranstalterreisen beträgt das Minus sechs Prozent. Positiv entwickeln sich bislang nur Kreuzfahrten mit jeweils drei Prozent Wachstum bei Umsatz und Gästezahlen sowie erdgebundene Reisen mit 26 Prozent mehr Umsatz und zwölf Prozent mehr Reisenden. Insgesamt liegen die gebuchten Gästezahlen für den kommenden Winter noch um sieben Prozent unter dem Vorjahr.
Christian Schmicke