1. März 2026 | 17:55 Uhr
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Krieg am Golf trifft 30.000 deutsche Urlauber

Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Golfregion haben unmittelbare Folgen für den Tourismus. Das Auswärtige Amt hat für zahlreiche Länder eine Reisewarnung ausgesprochen. Die großen Golf-Airports sind geschlossen, Fluggesellschaften streichen Verbindungen, Veranstalter sagen Pauschalreisen ab. In Dubai schlagen Raketen in prominente Hotels ein.

Krieg Raketen

Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für zahlreiche Länder der Golfregion ausgesprochen

Das Auswärtige Amt hat infolge der militärischen Eskalation in der Golfregion Reisewarnungen für mehrere Länder ausgesprochen. Sie gilt unter anderem für die Vereinigten Arabischen Emirate, Israel, Saudi-Arabien, Katar, Jordanien und den Oman. Laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) sind aktuell rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter betroffen. Darunter sowohl Urlauber, die sich bereits in der Region aufhalten, als auch Passagiere, die über Drehkreuze in der Golfregion umsteigen müssen.

Flugausfälle und abgesagte Pauschalreisen

Die großen Drehkreuze Doha, Dubai und Abu Dhabi sind derzeit geschlossen. Zahlreiche Fluggesellschaften haben ihren Betrieb in die Golfregion ganz oder teilweise eingestellt. Laut DRV gehören dazu Lufthansa, Emirates, Ethiad und Qatar Airways. 

Während iranischer Vergeltungsangriffe auf Staaten in der Golfregion ist es am Flughafen von Abu Dhabi darüber hinaus zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen. Nach Angaben der Betreibergesellschaft kam dabei eine Person ums Leben, sieben weitere wurden verletzt. Details zum genauen Hergang nannten die Verantwortlichen zunächst nicht. Auch am Flughafen von Dubai gab es mehrere Verletzte.

Abgesehen von der schwierigen Situation vor Ort reichen die Folgen weit über die unmittelbare Region hinaus: Weil viele Fernverbindungen über die Golfairports führen, sind auch Umsteigeverbindungen unter anderem auf die Seychellen, nach Mauritius und nach Asien gestört. Reiseveranstalter haben Pauschalreisen mit entsprechenden Flügen abgesagt. 

Die Kreuzfahrt ist ebenfalls direkt betroffen. Die Mein Schiff 4 von TUI Cruises befindet sich aktuell in Abu Dhabi, die Mein Schiff 5 in Doha in Katar.  Die MSC Euribia liegt im Hafen von Dubai. In einem eigenen Artikel hat Reise vor9 zusammengefasst, wie die Reedereien reagieren.

Raketenangriffe auf Dubais bekannteste Hotels

Wie ernst die Lage für Touristen in den Golfmetropolen ist, zeigen die jüngsten Angriffe auf Dubai. Laut dem Sicherheitsdienstleister A3M brannte am Samstag nach einem Beschuss durch Raketen beziehungsweise Drohnen das Fairmont Hotel auf der künstlichen Insel The Palm. Am Sonntag traf es Berichten zufolge eines der berühmtesten Hotels der Welt: das Burj al Arab. Beide Gebäude zählen zu den ikonischen Wahrzeichen Dubais und liegen in Gebieten, die normalerweise zu den meistbesuchten Touristenzonen der Stadt gehören. Immerhin, Touristen und Passagiere, die aufgrund der Flughafenschließungen in Abu Dhabi gestrandet sind , erhalten laut Medienberichten ihre Unterkunftskosten vom Staat erstattet. 

Der Sicherheitsdienstleister A3M aktualisiert seine Lageeinschätzungen für die gesamte Region laut eigenen Angaben fortlaufend. Die meisten deutschen Reisebüros sind direkt an das System angeschlossen und können ihren Kunden aktuelle Informationen weitergeben. Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden, sich in die Krisenvorsorgeliste (ELEFAND) einzutragen, um im Ernstfall erreichbar zu sein.

Pascal Brückmann

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