20. April 2026 | 11:55 Uhr
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Jörg Eichler: "Uns sind viele Steine vom Herzen gefallen"

Seit März 2025 ist Jörg Eichler (Foto) Geschäftsführer von MSC Cruises für die DACH-Märkte. An Bord der MSC Virtuosa sprach er beim Vertriebspartner-Event "All-Stars of the Sea" über die geglückte Ausfahrt der MSC Euribia aus dem Persischen Golf, die Bedeutung der deutschen Häfen und warum 2026 zwar ein Last-Minute-Jahr, aber trotzdem eine gute Saison werden wird.

Eichler Jörg

Lenkt seit März 2025 in Deutschland die Geschicke von MSC Cruises und trägt die Verantwortung für die DACH-Märkte: Jörg Eichler

Herr Eichler, naheliegende erste Frage: Wie viele Steine sind Ihnen und MSC vom Herzen gefallen, nachdem die MSC Euribia am Samstag den Persischen Golf verlassen konnte?

Jörg Eichler: Wirklich sehr, sehr viele Steine. Wir sind sehr glücklich, dass wir jetzt am 16. Mai die Saison in Kiel beginnen können. Das war eine wunderbare Nachricht und hat die Atmosphäre unserer Veranstaltung hier an Bord der MSC Virtuosa extrem beflügelt.

Die MSC Euribia wird also doch von Kiel aus starten können. Welche Bedeutung haben die deutschen Häfen für ihr Geschäft?

Die drei Häfen Warnemünde, Kiel und Hamburg sind für uns von enormer Bedeutung: In Warnemünde stationieren wir erstmals die Magnifica – nach vielen Jahren, in denen die Poesia dort das Heimatschiff im Sommer war, ist das eine spannende News. Mit dem Yacht Club, der jetzt an Bord ist, ist zum ersten Mal überhaupt dieses Premium-Segment ab Warnemünde verfügbar. Die Magnifica bietet zudem neue Restaurants und ein neues Fitnesscenter. In Kiel liegt die Euribia mit klassischen Sieben-Nächte-Routen, in der Regel hoch nach Norwegen in die Fjorde. Und ab Hamburg fährt ganzjährig die Preziosa: Im Winter macht sie Metropolenreisen, im Sommer längere Reisen bis Spitzbergen oder Island. So hat jede Zielgruppe ihr passendes Produkt.

Wie hoch ist der Anteil der DACH-Gäste auf den Schiffen ab Deutschland?

In der Regel steuern wir die Hälfte der Gäste bei. Gleichzeitig stützen unsere Märkte in Österreich und der Schweiz die Mittelmeerhäfen Triest und Genua ebenfalls mit vielen Gästen. Die Österreicher fahren oft mit dem Auto oder dem Bus nach Triest. Auf der Fantasia haben wir daher sehr viele österreichische Gäste, weil das einfach bequem ist. Für die Schweizer ist dagegen Genua sehr schnell zu erreichen. Deshalb sind alle Abfahrten ab Genua sehr stark mit Schweizer Gästen besetzt. Die Schweizer sind übrigens besonders hochwertige Gäste. 15 Prozent der Eidgenossen buchen grundsätzlich den Yacht-Club, ein extrem guter Wert.

In diesem Sommer hat MSC Cruises auf der Fernstrecke Alaska neu im Programm…

Alaska ist in zweifacher Hinsicht wichtig. Erstens ist der DACH-Markt ein wesentlicher Gästebringer. Zweitens ist es für die Markenbildung extrem wichtig, eine neue Destination und etwas Aufregendes im Portfolio zu haben. Das schärft die Marke. Und für unsere viele Voyagers-Club-Mitglieder und Stammkunden, ist es natürlich wichtig, auch immer wieder etwas Neues im Katalog zu finden.

Hier auf der Virtuosa treffen Sie auf viele Partner aus dem Reisebürovertrieb und führen viele Gespräche. Welche Themen brennen den Vertriebspartnern auf den Nägeln?

Schulung und Weiterbildung. Bei 23 Schiffen unterschiedlicher Klassen ist das essenziell. Nur was der Expedient sicher beraten kann, wird auch aktiv angenommen. Dementsprechend werden wir unsere Schulungsprogramme und Ship-Visits weiter ausbauen.

Seit März gibt es in der gesamten Touristik eine deutliche Buchungszurückhaltung. Wie sehr trifft das auch MSC Cruises?

Zum Glück hatten wir – und das gilt für die ganze Branche – unfassbar viele Frühbuchungen. Wir sind alle bis zur ITB auf einem wahnsinnigen Plus gewesen. Jetzt erleben wir gerade eine Phase der Zurückhaltung. Aber die Reiseintensität wird, wie schon über die letzten 40 Jahre, relativ stabil bleiben. Davon bin ich überzeugt. Die Buchungszeitfenster verschieben sich nur. 2026 wird jetzt sicher ein Spätbucherjahr, da wird gutes Yield-Management gefragt sein. Aber wir werden nicht die Nerven verlieren und die Preise zu früh absenken. Der Deutsche wird kommen, auf den Urlaub wird nicht verzichtet. Das sehe wir auch daran, dass die Vorausbuchungen für den nächsten Winter und den Sommer 2027 hervorragend laufen.

MSC Cruises hat gerade einen großen Bauauftrag bei der Meyer Werft in Papenburg mit mindestens vier neuen Schiffen platziert. Was bedeutet das für die DACH-Organisation?

Ich kenne die Werft sehr gut aus meiner Zeit bei AIDA mit der Sphinx-Klasse. Ich schätze diese Werft unfassbar – sie liefert immer qualitativ hochwertige Schiffe ab. Für den deutschen Markt ist „made in Germany" ein echtes Argument. Und die Werft hat sich immer gut präsentiert mit öffentlichen Angeboten wie dem Besucherzentrum. Wir können also mit unseren Vertriebspartnern dort hinfahren, kleine Events machen, den Baufortschritt zeigen. Später folgen dann die Ems-Überführungen. Für uns ergeben sich dadurch viele positive kommunikative Anlässe in Richtung unserer Vertriebspartner und der Medien.

Das Gespräch führte Pascal Brückmann

Lesen Sie morgen Teil 2 des Gesprächs mit Jörg Eichler – dann zur Luxusmarke Explora Journeys.

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