15. September 2026 | 12:32 Uhr
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Geopolitik verändert die Reiseplanung der Deutschen

Nach einer aktuellen Umfrage der Ergo Reiseversicherung (ERV) achten knapp 93 Prozent der Bundesbürger bei der Urlaubsplanung auf die Lage im Reiseland. 63 Prozent meiden bestimmte Ziele oder wählen gezielt als sicher geltende Länder. Deutschland gewinnt zugleich als Reiseziel an Bedeutung.

Geopolitik

Geopolitische Konflikte berühren Reiseentscheidungen der Bundesbürger in zunehmendem Maße

Krieg, politische Unruhen und bewaffnete Konflikte gehören inzwischen zu den größten Reisesorgen, stellt der Sicherheitsreport der ERV fest. 38 Prozent der Befragten nennen diese Risiken, fast ebenso viele (40%) thematisieren in diesem Zusammenhang Kriminalität. Terroranschläge verlieren dagegen in den Augen der Befragten an Gewicht: Der Anteil derer, die sich darum sorgen, sank binnen eines Jahres von 37 auf 25 Prozent.

Die geopolitische Lage mit Kriegen etwa in der Golfregion und der Ukraine wirkt sich auch auf konkrete Entscheidungen aus. 41 Prozent fühlen sich dadurch beim Reisen unsicherer. Von dieser Gruppe sagen wiederum 66 Prozent, dass die weltpolitische Lage ihre Reiseplanung in den kommenden zwölf Monaten beeinflussen werde.

Bestimmte Reiseziele werden gemieden

63 Prozent vermeiden einzelne Destinationen oder entscheiden sich bewusst für Länder, die sie als sicher einschätzen. 39 Prozent würden eine Reise abbrechen, wenn sich die Lage vor Ort verschlechtert. 35 Prozent achten verstärkt auf Sicherheitshinweise, etwa vom Auswärtigen Amt.

Parallel verschieben sich die bevorzugten Ziele. Deutschland wird für längere Reisen inzwischen von 30 Prozent genannt, nach 22 Prozent im Vorjahr. Weltweite Ziele verlieren dagegen von 21 auf 15 Prozent. Europa bleibt mit 51 Prozent die meistgenannte Option.

Sicherheitsbedenken beeinflussen Versicherungswünsche

Auch bei der Entscheidung für oder gegen Reiseversicherungen rückt die veränderte Risikolage stärker in den Fokus. 32 Prozent nennen Stornoschutz bei Sicherheitsbedenken als wichtige Leistung, 2025 waren es 27 Prozent. Dabei gehe es um Erwartungen an Versicherungen, nicht um Aussagen zum tatsächlich bestehenden Schutz, betonen die Autoren des Reports.

Wichtiger bleiben klassische Leistungen. 59 Prozent nennen den Rücktransport im Krankheitsfall, 55 Prozent die medizinische Versorgung im Ausland und 47 Prozent den Schutz vor Reiserücktrittskosten als Faktoren.

Für den Sicherheitsreport 2026 befragte das Marktforschungsunternehmen Yougov im Auftrag der Ergo Reiseversicherung 1.240 Personen. Darunter waren 1.003 Menschen, die mindestens einmal im Jahr verreisen. Der Report wurde 2025 erstmals erhoben und 2026 fortgeführt.

Christian Schmicke

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