25. März 2022 | 19:33 Uhr
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Charming Places ist mit neuem Konzept zurück

Im Sommer 2020 hatte Anja Fischer (Foto) mit dem von ihr geführten Unternehmen Siglinde Fischer Charming Places Insolvenz angemeldet. Nun ist sie mit Charming Places zurück. Anstelle des Veranstaltergeschäfts soll die Rolle als Inspirationsplattform in den Mittelpunkt rücken.

Fischer Anja

Anja Fischer startet mit Charming Places neu

Manchmal kann ein Schlusspunkt auch eine Befreiung sein. Die Insolvenz von Siglinde Fischer Charming Places sei schmerzhaft gewesen, sagt Anja Fischer im Gespräch mit Reise vor9. Doch obwohl das Unternehmen in den Monaten vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie sehr erfolgreich gewesen sei, hätten sich die Probleme im Veranstaltergeschäft mit hochwertigen Feriendomizilen und Individualreisen schon lange abgezeichnet.

"Wir wurden als kostenlose Inspirationsplattform genutzt. Wo die Buchung stattfand, darüber entschied dann ausschließlich der Preis, obwohl wir eine Menge Vorarbeit geleistet hatten“, sagt Fischer rückblickend. Der Siegeszug der OTAs habe auch im Geschäft mit hochwertigen individuellen Reisen tiefe Spuren hinterlassen. Selbst die "Top-Technik", die Charming Places nach der Übernahme durch die dänische Signatours Travel Holding zur Verfügung gestanden habe, hätte das Grundproblem langfristig nicht lösen können, ist sie überzeugt.

Konzentration auf dem Markenkern

Nun erfolgt der Neustart, bei dem sich Fischer nach eigenen Worten auf das konzentriert, was ohnehin der Kern der Marke war. Charming Places arbeitet nicht mehr als Veranstalter, sondern als kostenlose Inspirationsplattform mit ausgesuchten Hoteliers und Unterkunftsanbietern zusammen, über die das Unternehmen per Newsletter und auf der Website informiert. Neben Unterkünften umfasst das Angebot auch zahlreiche kulinarische und kulturelle Tipps; die Autoren der Beiträge kennen sich in ihren Themengebieten aus.

Der Newsletter habe derzeit rund 35.000 Abonnenten, erzählt Fischer. Das zuvor stark auf Südeuropa konzentrierte Angebot an Unterkünften habe sie um Partner im deutschsprachigen Raum erweitert. Auch in Finnland präsentiere Charming Places erste Unterkünfte. 200 bis 300 Unterkünfte stehen nach Angaben der Unternehmerin auf dem Plan.

Präsenz statt Provision

Das Besondere an Fischers Geschäftsmodell: Es basiert im Kern nicht auf einer Provision für Buchungen. Vielmehr zahlten die Hotelpartner für die Präsenz in ihren Medien, sagt Fischer. Zugleich lege Charming Places weiterhin strenge Maßstäbe an die Auswahl der Partner, unterstreicht sie: "Sonst würden wir all das, was uns ausmacht, aufgeben."

Ein provisionsbasiertes Geschäftsmodell gibt es dennoch, zusätzlich zur Rolle als Inspirationsplattform. Seit November gibt es den "Travelshop", über den zu reduzierten Preisen Angebote der Partner von Charming Places vertrieben werden. Direkt gebucht werden können diese auf der Website nicht. Kunden erhalten einen Gutschein und treten dann direkt mit dem Anbieter in Kontakt.

Neue Projekte

Vorerst ist das neue Unternehmen deutlich kleiner als der Vorgänger. Beschäftigte Siglinde Fischer Charming Places in Hochzeiten 20 Mitarbeiter, so sind es derzeit zwei feste und drei freiberufliche. Doch mit neuen Projekten in der Pipeline werde sie weitere Spezialisten an Bord holen, kündigt Fischer an. Neben dem Ausbau der Partnerschaften mit der Hotellerie sei etwa ein Print-Magazin in Planung.

Auch an einer Zusammenarbeit mit klassischen Reisebüros ist Fischer interessiert – vorausgesetzt, sie kennen sich in dem Segment bestens aus. „Unsere Leser fragen oft nach einer zuverlässigen Adresse für kompetente Beratung, die auf ihre individuellen Ansprüche zugeschnitten ist. Auch in diesem Bereich kann ich mir Partnerschaften sehr gut vorstellen.“

Christian Schmicke

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