15. Juni 2026 | 18:18 Uhr
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Center Parcs steht trotz Rückschlägen zum Reisebürovertrieb

Center Parcs engagiert sich seit Jahren intensiv im Reisebürovertrieb, doch der Erfolg bleibt aus. Ibo Degirmenci (Foto), Sales Director Deutschland, hält dennoch an seiner Strategie fest und sieht im stationären Vertrieb weiterhin großes Potenzial: "Irgendwann macht es Klick. Davon bin ich überzeugt. Deshalb werden wir weiter in die Reisebüros investieren."

Ibo Degirmenci

Hält trotz Rückschlägen am Engagement für den Vertriebsweg Reisebüro fest: Ibo Degirmenci, Sales Director bei Center Parcs Deutschland

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Tatsächlich hat Center Parcs in den vergangenen beiden Jahren viel Geld und Aufwand in den Vertriebsweg gesteckt. Die Anbindung an die wichtigsten Buchungssysteme wurde geschaffen, die Basisprovision auf zwölf Prozent erhöht, zahlreiche Roadshows organisiert und die Zahl der Inforeisen deutlich ausgebaut. Dennoch bleibt der Anteil der über Reisebüros generierten Buchungen bislang deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Als Center Parcs Ende 2024 seine Vertriebsoffensive startete, lag das Ziel bei einem Reisebüroanteil von zehn Prozent am Deutschlandgeschäft. Davon ist das Unternehmen aktuell noch weit entfernt. Nach Angaben von Degirmenci liegt der Anteil derzeit lediglich bei rund drei Prozent und war zuletzt sogar gesunken.

Center Parcs kämpft noch immer gegen überholte Vorstellungen am Counter 

Dabei sieht er die Voraussetzungen inzwischen als gegeben an. Reisebüros seien gegenüber dem Direktvertrieb weder bei Preisen noch bei Verfügbarkeiten benachteiligt. "Es herrscht vollständige Preisgleichheit. Der Kunde bekommt im Reisebüro dieselben Konditionen wie bei einer Direktbuchung", betont Degirmenci. Auch die technische Infrastruktur sei inzwischen so aufgestellt, dass Center Parcs problemlos über die relevanten Systeme buchbar sei.

Für Degirmenci liegt die größte Herausforderung deshalb weniger in den Prozessen als vielmehr in den Köpfen vieler Reiseverkäufer. Noch immer werde Center Parcs teilweise mit dem Angebot von vor zehn oder fünfzehn Jahren verbunden. "Viele glauben noch, unsere Parks seien alt und nicht modernisiert. Dabei haben wir in den vergangenen Jahren Hunderte Millionen Euro investiert und nahezu alle Anlagen umfassend erneuert", sagt er.

Ein Aufenthalt im Center Parcs funktioniert zunehmen auch als Wochenreise

Auch die Preiswahrnehmung sei häufig nicht mehr zeitgemäß. Während manche Reisebüros Center Parcs weiterhin als günstigen Kurzurlaubsanbieter einordnen, halten andere das Produkt für zu teuer. Aus Sicht des Unternehmens greift beides zu kurz. Der durchschnittliche Buchungswert liegt inzwischen bei deutlich über 1.200 Euro. Gleichzeitig verweist Center Parcs auf die umfangreichen Leistungen und Freizeitangebote innerhalb der Resorts. "Wenn man das Gesamtpaket betrachtet, müssen wir uns vor keinem Wettbewerber verstecken", so Degirmenci. Zudem würde man in der diesjährigen Rekordsaison beweisen, dass sich das Produkt nicht nur als Kurzreise eigne. 

Unabhängig vom bisherigen Erfolg will das Unternehmen den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Reisebüros seien weiterhin wichtige Multiplikatoren, die Kunden auf Urlaubsformen aufmerksam machen könnten, die diese selbst nicht auf dem Radar hätten. "Mein Wunsch ist, dass der Expedient im Beratungsgespräch häufiger sagt: Warum nicht auch einmal Center Parcs?", erklärt Degirmenci.

Sommer-Event soll auch künftig die Bindung zum Vertrieb stärken

Um die Präsenz am Counter weiter zu stärken, setzt Center Parcs verstärkt auf persönliche Begegnungen. Am vergangenen Wochenende trafen sich 115 Expedienten im Park Bispinger Heide zu einem neuen Sommer-Event, das das bisherige Adventstreffen ersetzt hat. Auf dem Programm standen Workshops, Networking, gemeinsame Aktivitäten und eine Reisemesse mit touristischen Partnern.

Das Format soll nach dem Willen des Unternehmens wohl auch künftig fortgeführt werden. Bereits für Juni 2027 könnte es eine Neuauflage geben, die nach aktuellem Planungsstand im Center Parcs Park Allgäu stattfinden würde. Für Degirmenci sind solche Veranstaltungen ein wichtiger Baustein, um die Marke langfristig wieder stärker im Reisebüro zu verankern. "Wir werden nicht aufgeben. Der Reisebürovertrieb bleibt für uns ein strategisch wichtiger Kanal."

Pascal Brückmann