Social Media prägt Nachrichtennutzung immer stärker
Der Digital News Report des Reuters-Instituts für Journalismusstudien zeigt, wie stark Plattformen die Nachrichtennutzung verändern. In Deutschland bleibt lineares Fernsehen zwar wichtig, doch online sind soziale Medien die reichweitenstärkste Nachrichtenquelle. Besonders bei 18- bis 24-Jährigen dominieren Social-Media-Kanäle.
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Vor allem junge Menschen informieren sich in hohem Maße über Social Media
Der internationale Report untersucht die Nachrichtennutzung in 48 Ländern. Im Durchschnitt liegen soziale Medien und Videonetzwerke erstmals vor Fernsehen und eigenen Nachrichten-Websites. Deutschland ist noch eine Ausnahme: Lineares Fernsehen erreicht hier 59 Prozent Wochenreichweite, soziale Medien 36 Prozent.
Online haben soziale Medien aber bereits die größte Reichweite. Bei den 18- bis 24-Jährigen nutzen 60 Prozent Social Media für Nachrichten. Für 44 Prozent dieser Altersgruppe sind Social-Kanäle sogar die wichtigste Nachrichtenquelle, für 17 Prozent die einzige.
Whatsapp und Instagram gewinnen
Bei der allgemeinen Social-Media-Nutzung liegen Whatsapp mit 83 Prozent, Youtube mit 60 Prozent und Instagram mit 46 Prozent vorne. Instagram zieht damit erstmals an Facebook vorbei, das auf 44 Prozent kommt.
Für Nachrichten bleiben Whatsapp, Youtube und Facebook relevant. Bei den 18- bis 24-Jährigen sticht Instagram heraus: 85 Prozent nutzen die Plattform, 52 Prozent auch für Nachrichten.
Videos folgen der Plattform
Online-Nachrichtenvideos sind inzwischen in allen untersuchten Märkten etabliert. Sie laufen vor allem über Youtube, Nachrichten-Websites und -Apps sowie Facebook und Instagram.
Die Formate unterscheiden sich je nach Kanal. Auf Youtube werden eher längere und mittellange Videos genutzt, auf Instagram, Tiktok und Facebook vor allem kurze.
Vertrauen bleibt ein Standortvorteil
Das Vertrauen in Nachrichten bleibt unterdessen stabil. 46 Prozent der Befragten vertrauen dem Großteil der Nachrichten, bei den selbst genutzten Nachrichten sind es 58 Prozent. Suchmaschinen schneiden mit 24 Prozent Vertrauen besser ab als soziale Medien und KI-Chatbots mit je 13 Prozent.
Gleichzeitig vermeiden 72 Prozent Nachrichten zumindest gelegentlich, 15 Prozent regelmäßig. Überforderung und Daueralarm treiben Menschen aus der Nutzung. Einordnung, Erklärung und ein passender Ton werden damit wichtiger.
Newsletter und direkte Zugänge bleiben laut der Studie ein stabiler Gegenpol. 15 Prozent beziehen Nachrichten über E-Mail-Newsletter oder Benachrichtigungen. Rund 50 Prozent nutzen weiter gezielt Websites, Apps oder markenbezogene Suche. In einer Plattformwelt behalten eigene Kanäle damit strategischen Wert.
Christian Schmicke
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