17. März 2026 | 12:50 Uhr
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MSC streckt Fühler nach spanischem Veranstalter Ávoris aus

Die Reederei MSC positioniert sich im Bieterverfahren um den spanischen Touristikkonzern Ávoris. Branchenquellen zufolge hat das Unternehmen im Verkaufsprozess die Nase vorn und könnte kurz vor einer Einigung stehen. Eine Übernahme würde MSC zu einem breit aufgestellten Touristikkonzern machen.

Unternehmensfusion Übernahme

MSC könnte beim spanischen Reiseunternehmen Ávoris zum Zug kommen 

Ausschlaggebend seien vor allem die finanzielle Stärke der Gruppe sowie ihre Strategie, über das klassische Kreuzfahrtgeschäft hinaus zu wachsen, berichtet das spanische Fachportal Hosteltur. MSC gehört der italienischen Familie Aponte und hat den Sitz in Genf.

Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren mehrfach signalisiert, dass er seine Aktivitäten im Personenverkehr ausweiten will. So beteiligte sich MSC 2023 mit 50 Prozent an der italienischen Hochgeschwindigkeitsbahn Italo. Zuvor hatte das Unternehmen gemeinsam mit Lufthansa Interesse an der italienischen Airline Ita bekundet.

Auch außerhalb des Transportsektors ist MSC aktiv geworden. 2023 übernahm die Gruppe den privaten Gesundheitsdienstleister Mediclinic.

Ávoris als Baustein für Integration

Mit einem Einstieg bei Ávoris würde MSC seine Position im touristischen Vertrieb deutlich ausbauen. Das mallorquinische Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von gut 4,6 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von rund 60 Millionen Euro.

Der Eigentümer Barceló betrachtet das Reisegeschäft im Vergleich zur Hotelsparte als weniger profitabel und ist seit längerem bestrebt, die Sparte zu verkaufen. Zwischen MSC und Ávoris gibt es bereits Berührungspunkte. Beide Unternehmen haben eine Kooperation für Kreuzfahrtprogramme für Reisende ab 55 Jahren vereinbart. Diese Zusammenarbeit gilt als möglicher Türöffner für weitergehende Vereinbarungen.

Sollte MSC den Zuschlag erhalten, würde das Unternehmen seine Aktivitäten entlang der touristischen Wertschöpfungskette deutlich erweitern. Neben Kreuzfahrten würde der Konzern dann auch über Vertriebsstrukturen und ein eigenes Veranstaltergeschäft verfügen.

Christian Schmicke

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