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23. Mai 2019 | 07:00 Uhr
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Mit Work & Travel die Welt kennenlernen

Das ist der große Traum von fast der Hälfte aller deutschen Abiturienten. Beliebteste Ziele der jungen Weltenbummler für ihre Working Holidays sind Australien und Neuseeland, wohin es etwa die Hälfte zieht, dann folgen Kanada (16 Prozent) und die Länder Europas. Das geht aus einer Untersuchung von Travelcircus hervor. Zusätzlich wurden die Kosten für den Auslandsaufenthalt verglichen.

Work and Travel junge Frau auf Farm

Working Holiday ist bei jungen Leuten beliebt: Australien und Neuseeland sind die bevorzugten Ziele.

Überraschend ist, dass Work & Traveller aus Down Under mit einem Plus in der Reisekasse zurückkommen, zeigt die Analyse von Travelcircus. Doch der Reihe nach: So zwanglos und flexibel wie mit Working Holidays lässt sich kaum ein Land besser kennenlernen. Denn die jungen Reisenden sind völlig für sich selbst verantwortlich und nicht an einen Ort gebunden. Der Aufenthalt kann zudem nur wenige Wochen oder bis zu zwei Jahre dauern.

Die jungen Erwachsenen benötigen dafür das sogenannte “Working-Holiday-Visum”. Im Regelfall können damit bis zu 12 Monate bezahlte Gelegenheitsjobs angenommen werden. Australien, Neuseeland, Kanada, Japan, Hongkong, Singapur und Südkorea bieten dieses Visum für deutsche Staatsbürger an. Alternativ kann eine Work & Travel-Auszeit auch in Ländern der EU durchgeführt werden. Dann ist kein Visum nötig.

Allerdings ist Work & Travel relativ kostspielig. Entscheidend ist, wie fleißig die Weltenbummler vor Ort sind, welcher Lohn gezahlt wird und wo genau es hingeht. Für ein Jahr in Australien, Neuseeland oder Kanada muss man durchschnittlich mit Kosten von 12.300 Euro rechnen. Darin enthalten sind Hin- und Rückflug, Working-Holiday-Visum, Versicherung, Ausrüstung, Sim-Karte, Übernachtung und Verpflegung sowie Transport. Kanada ist bei diesem Vergleich mit durchschnittlich 13.300 Euro am teuersten, Neuseeland mit 11.500 Euro am günstigsten. 

In Australien und Neuseeland verdienen Work & Traveller am meisten

Gravierender ist allerdings der Unterschied bei den Verdienstmöglichkeiten. Dabei wird von sechs Monaten arbeiten und sechs Monaten reisen ausgegangen. Bei dem geringen Mindestlohn in Kanada von 7,36 Euro pro Stunde lassen sich während des Aufenthalts nur 7.700 Euro verdienen. Der Rest der Kosten von 5.600 Euro muss der Reisende aus seinen Rücklagen finanzieren.

Da sind Australien und Neuseeland deutlich angenehmere Work-&-Travel-Länder. Dort liegt der Mindestlohn bei 11,87 Euro bzw. 10,50 Euro. Der Verdienst eines halben Arbeitsjahres reicht aus, um die Kosten des gesamten Auslandsjahres zu decken und es bleibt für die Australien-Reisenden sogar noch etwas übrig. Da macht das Erkunden der beeindruckenden Natur nochmal so viel Freude. 

Thomas Horsmann

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