16. April 2026 | 09:56 Uhr
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Mailen

Kreuzfahrtchefs sehen Branche trotz Krisen auf Kurs

Die Chefs von Carnival, Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line und MSC sehen die Kreuzfahrtbranche trotz höherer Treibstoffkosten und geopolitischer Risiken in robuster Verfassung. Bei einem Branchentreffen in Miami verwiesen sie auf Rekordnachfrage, die Widerstandsfähigkeit des Sektors und die hohe Konkurrenzfähigkeit von Kreuzfahrten.

Miami Kreuzfahrtschiffe

Die Kreuzfahrtriesen, hier das Kreuzfahrtterminal in Miami, sehen sich trotz aktueller Krisen gut aufgestellt

Die großen Kreuzfahrtkonzerne blicken trotz geopolitischer Spannungen und steigender Treibstoffpreise zuversichtlich auf das Geschäft. Bei einem Treffen in Miami erklärten die Spitzenmanager, die Nachfrage bleibe hoch und das Geschäft entwickle sich robust. Das berichtet das Branchenportal Cruise Industry News.

Carnival-Chef Josh Weinstein räumte ein, dass die aktuellen Preissteigerungen beim Treibstoff die Unternehmen belasteten. Zugleich betonte Weinstein, die Branche sei gesund aufgestellt und sehe eine Rekordnachfrage. Kreuzfahrten hätten sich in vielen Märkten zu einer Urlaubsform für breite Zielgruppen entwickelt.

Weinstein verwies darauf, dass die Branche gelernt habe, mit Unsicherheit umzugehen. Es werde immer Volatilität geben, sagte er. Die Stärke der Kreuzfahrt liege darin, sich anzupassen, den Kurs zu ändern und durchzuhalten.

"Widerstandsfähige Branche"

Auch Jason Liberty, Chairman und CEO der Royal Caribbean Group, sprach nach Angaben des Fachportals von einer "widerstandsfähigen Branche mit weiterhin starker Nachfrage". Die aktuelle Debatte über Treibstoff sei aus seiner Sicht ein vorübergehendes Thema und ändere nichts an der langfristigen Ausrichtung des Unternehmens. John Chidsey, seit Februar Präsident und CEO von Norwegian Cruise Line Holdings, unterstrich ebenfalls die Attraktivität des Produkts. Aus seiner Sicht biete Kreuzfahrt einen "besonders starken Gegenwert", sagte er.

Beim Thema Energie setzen die Unternehmen nach eigenen Angaben auf Effizienz und neue Technologien. Weinstein sagte, für Carnival sei der zentrale Hebel, weniger Treibstoff zu verbrauchen. Das spare Kosten und sei zugleich besser für das Klima. Royal-Caribbean-Chef Liberty verwies auf Fortschritte bei Technologie, Biokraftstoffen und alternativen Treibstoffen.

Overtourism rückt stärker in den Fokus

Neben Wirtschaftlichkeit und Technologie nannten die Manager auch den Umgang mit Overtourism als zentrales Zukunftsthema. Pierfrancesco Vago, Executive Chairman der Kreuzfahrtsparte von MSC, erklärte, die Branche habe bei der Nachhaltigkeit bereits viel Überzeugungsarbeit geleistet. Nun müsse sie ähnlich entschlossen beim Thema Overtourism vorgehen.

Als Beispiel nannte Vago Dubrovnik. Dort habe die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden geholfen, die Zahl der Kreuzfahrtgäste besser zu steuern. Entscheidend sei, gemeinsam mit den Behörden zu planen, wie sich Besucherströme sinnvoll verteilen lassen.

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