10. März 2026 | 13:24 Uhr
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HX zieht nach Trennung von Hurtigruten positive Bilanz

Ein Jahr nach der rechtlichen Abspaltung von Hurtigruten sieht HX Expeditions den Neustart weitgehend bewältigt. CEO Gebhard Rainer (Foto) zieht eine positive Bilanz. In kurzer Zeit habe das Unternehmen eine eigene Infrastruktur aufgebaut – vom Buchungssystem über Callcenter bis zum Backoffice.

Rainer Gebhard

Trotz einiger Hindernisse bei der IT-Umstellung sieht HX-Chef Gebhard Rainer die Reederei gut aufgestellt 

Die technische Umstellung läuft allerdings noch. Die finale Migration der Systeme solle bis Mai abgeschlossen sein, kündigt Rainer im Gespräch mit Reise vor9 an. In dieser Phase seien immer wieder Probleme bei der Datenübertragung aufgetaucht, berichtet er. Das sei bei solchen Transformationen allerdings normal.

Partner zeigen Verständnis

Trotz der technischen Umstellungen zeigt sich der HX-Chef mit der Zusammenarbeit im Vertrieb zufrieden. Die Partner hätten in der Übergangsphase viel Verständnis gezeigt und unterstützten das Unternehmen.

Auch die Rückmeldungen aus den Märkten seien insgesamt positiv. Besonders der deutschsprachige Raum spiele für das Expeditionsgeschäft eine wichtige Rolle. Er gehöre zu den wichtigsten Regionen für HX und liege bei der Buchungsstärke auf Augenhöhe mit den USA. Gleichzeitig verzeichne HX schon viele Wiederholungsgäste.

Fokus auf Expeditionscharakter

Das Unternehmen will sich weiterhin klar im Expeditionssegment positionieren. "Wir verkaufen keine Kabine auf einem Kreuzfahrtschiff, sondern eine emotionale Erfahrung", sagt Rainer. Anders als bei klassischen Kreuzfahrten stehe nicht das Schiff im Mittelpunkt, sondern die Destination. Die Reisen verbinden nach den Worten des CEOs Naturerlebnis, wissenschaftliche Inhalte und Bildungsangebote. Gäste sollen die besuchten Orte intensiv erleben.

Zum 130-jährigen Jubiläum der Expeditionsgeschichte der Reederei greift HX auch historische Elemente auf. So werde eine Kabine aus der ersten kommerziellen Expedition von 1896 nachgebaut und zeitweise an Bord eines Schiffes integriert, kündigt Rainer im Gespräch an.

Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften

Ein wichtiger Teil des Konzepts ist die Kooperation mit lokalen Gemeinschaften in den Reisezielen. In der kanadischen Arktis und in Grönland arbeitet HX mit Inuit-Gemeinden zusammen, um Ausflugsprogramme zu entwickeln. Diese entschieden selbst, wie sie Besucher empfangen möchten und welche Inhalte sie vermitteln wollen, so Rainer. Ziel sei es, lokale Wertschöpfung zu schaffen und gleichzeitig kulturelle Perspektiven einzubinden. HX beschäftige zudem lokale Guides als kulturelle Botschafter und arbeite etwa mit grönländischen Küchenchefs an Bord zusammen.

Der Gästemix an Bord der HX-Schiffe unterscheide sich deutlich von dem der ehemaligen Schwester Hurtigruten, unterstreicht Rainer im Gespräch. Bei der Kundschaft sei angekommen, dass HX keine Kreuzfahrten, sondern Expeditionsreisen mit wissenschaftlichem Hintergrund anbiete. An dieser Strategie wolle HX unbeirrt festhalten – auch wenn, abhängig von der Flottenentwicklung, nach und nach Warmwasserdestinationen sowie Reisen auf Flüssen wie dem Amazonas das Angebot ergänzen sollen.

Christian Schmicke

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