Fischer Air kündigt Storno aller Flüge bis Mai an
Nach monatelangen Verzögerungen äußert sich Vaclav Fischer erstmals zu den Turbulenzen um Fischer Air. Statt wie geplant im Dezember 2025 soll der Flugbetrieb nun im Mai starten, ein zweites Flugzeug sei für November vorgesehen. Zugleich erwägt Fischer, auch alle geplanten gecharterten Flüge bis Mitte Mai zu stornieren.
Fischer Air
Bislang eine Phantom-Airline: Fischer Air
Die Ankündigungen von Fischer Air sorgen seit Monaten für Unruhe. Flüge ab Kassel-Calden, Friedrichshafen und Hamburg zu Zielen wie den Kanaren, Hurghada, Mallorca und Kreta wurden mehrfach verschoben oder gestrichen. Kunden zahlten per Vorkasse und warten auf Klarheit.
Nun meldet sich Geschäftsführer Vaclav Fischer erstmals selbst zu Wort. "Ich gründete in der Slowakei ein neues Unternehmen, Fischer Air, und werde den Flugbetrieb im Mai mit einer Boeing 737-800 aufnehmen", heißt es in seiner Stellungnahme gegenüber Bild. Ein zweites Flugzeug solle im November folgen. Ursprünglich war der Start für Dezember 2025 geplant.
Stornierungen bis Mitte Mai möglich
Bis zum geplanten Start habe Fischer Reisen Flüge von EU-Fluggesellschaften in Irland, Kroatien und der Slowakei gechartert oder dies beabsichtigt, heißt es. Zugleich räumt er ein: "Ich erwäge, alle Flüge bis Mitte Mai zu stornieren." Die Nachfrage sei zuletzt gering gewesen. "Wir haben in den letzten Wochen keine neuen Buchungen erhalten, und die Anzahl der Gäste, die Flüge ab Kassel bis Mitte Mai gebucht haben, ist extrem niedrig", erklärt er in der Stellungnahme. Zu den seit Dezember abgesagten Flügen ab Kassel sagt Fischer gegenüber Bild: "Ich möchte betonen, dass wir Stornierungen stets sehr kulant behandelt und die Beträge umgehend zurückerstattet haben oder das innerhalb von 14 Tagen passieren wird." Die Verbraucherzentrale Hessen berichtet hingegen von genervten Kunden, die weiter auf ihr Geld warteten.
Viele Unklarheiten
Unterdessen bestätigten das Luftfahrtbundesamt und das slowakische Transportministerium gegenüber Bild, dass Fischer keine Genehmigung für den Flugbetrieb besitzt. Parallel dazu werden die Verbindungen allerdings weiterhin angeboten. Der Flughafen Kassel listet Fischer-Flüge ab dem 28. März nach wie vor auf seiner Website.
Laut dem Boulevardblatt bekommt Fischer zudem Gegenwind von der Dertour Group. Eine Firmensprecherin habe erklärt, Fischer Air dürfte sich gar nicht so nennen. Die Exim Holding, eine Tochterfirma von Dertour, habe im Jahr 2020 den Reiseveranstalter Fischer übernommen, der in der Tschechischen Republik und der Slowakei aktiv ist. Im Rahmen dieser Übernahme seien unter anderem auch die Markenrechte am Markennamen Fischer Air erworben worden. Das bestreitet Fischer gegenüber Bild.
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