11. Juni 2026 | 14:25 Uhr
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EU prüft Ausweitung des Emissionshandels auf Langstrecken

Die EU erwägt laut Medienberichten, das Emissionshandelssystem ETS auf Flüge von außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums auszuweiten. Details zur Reform sollen am 15. Juli folgen.

Emissionshandel

Die EU plant, auch Langstreckenflüge in den Handel mit Emissionsrechten einzubeziehen

Die EU könnte ihr Emissionshandelssystem ETS auf Interkontinentalflüge ausweiten. Darüber berichten mehrere Medien. Bislang erfasst das System im Luftverkehr nur Flüge innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Am 15. Juli will die EU Einzelheiten zur geplanten ETS-Reform vorlegen. In einem Dokument der Europäischen Kommission, das der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt, heißt es, die Überprüfung solle sicherstellen, dass alle vom ETS erfassten Sektoren einen fairen Beitrag zu den Klimazielen der EU leisten.

Airlines sehen Wettbewerbsnachteil

Die Luftfahrtbranche reagiert mit deutlicher Kritik. Eine Ausweitung der CO2-Bepreisung auf Flüge außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums werde europäische Passagiere und Unternehmen weiter benachteiligen, schreiben Airlines in einem gemeinsamen Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Ticket- und Frachtkosten würden steigen. Zu den Unterzeichnern gehören große europäische Luftfahrtkonzerne wie IAG, Air France-KLM, die Lufthansa-Gruppe, Easyjet und Ryanair. Sie warnen vor zusätzlichen Belastungen in einer Phase, in der Airlines bereits hohe Kosten tragen.

Das ETS wurde 2005 eingeführt und 2012 auf den Luftverkehr ausgeweitet. Schon damals wollte die EU auch Flüge von außerhalb des EWR einbeziehen. Nach Widerstand ausländischer Regierungen und Fluggesellschaften wurde der Plan jedoch zurückgezogen.

Reform soll Klimaziele absichern

Die aktuelle Überprüfung soll das System an das neue EU-Klimaziel anpassen. Bis 2040 sollen die Emissionen im Vergleich zu 1990 um 90 Prozent sinken. Derzeit setzt das ETS eine Obergrenze für Emissionen von Airlines, die innerhalb des EWR operieren. Kostenlose CO2-Zertifikate für den Luftverkehr werden schrittweise abgeschafft. 2026 sollen sie vollständig entfallen.

Von der Leyen hatte im März angekündigt, das ETS zu modernisieren und flexibler zu gestalten. Hintergrund sind die Energiekrise und stark gestiegene Kerosinpreise infolge des Iran-Konflikts.

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