Andreas Gent kehrt an die Spitze des DRSF zurück
Der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) hat die Nachfolge von Geschäftsführer Ali Arnaout geregelt. Andreas Gent (Foto) wird erneut zum Geschäftsführer bestellt und soll den Fonds gemeinsam mit Stefan Korsch leiten. Gent hatte den DRSF bereits von August 2021 bis Juni 2023 geführt.
Hanse Merkur
Andreas Gent übernimmt erneut die Rolle des DRSF-Chefs
Arnaouts Vertrag ende nach drei Jahren planmäßig am 28. Februar, teilte der Fonds mit. Aus Branchenkreisen heißt es, man habe sich nicht über die Konditionen für eine Vertragsverlängerung einigen können. Die Entscheidung für Gent soll nun einen nahtlosen Übergang sichern.
Erfahrung aus Aufbauphase und Regulierung
Gent stand von August 2021 bis Juni 2023 an der Spitze des DRSF. In dieser Zeit wurde das neue System zur Insolvenzabsicherung von Pauschalreisen aufgebaut und implementiert. Anschließend begleitete Gent den Fonds bis Ende 2023 beratend.
Achim Wehrmann, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbandes (DRV), verweist stellvertretend für die Gesellschafter auf Kontinuität und Fachwissen: "Mit Andreas Gent kehrt eine ausgewiesene Führungspersönlichkeit zum DRSF zurück, die den Fonds seit seiner Aufbauphase kennt und die Strukturen maßgeblich mitgestaltet hat." Seine Expertise und Kenntnisse gäben "Sicherheit und Kontinuität", die für die kommenden Aufgaben wichtig seien.
Entlastung der Veranstalter im Blick
Der DRSF nennt als Schwerpunkt der weiteren Entwicklung eine "nachhaltige Entlastung der Reiseveranstalter". Gent solle diese Weiterentwicklung mit Blick auf Struktur, Regulierung und operativen Aufbau fortführen. Der Jurist bringt Erfahrung aus der Versicherungs- und Finanzwirtschaft mit. Vor seinem Engagement beim DRSF war Gent 20 Jahre im Vorstand der Hanse-Merkur-Versicherungsgruppe tätig und ist heute Aufsichtsrat in mehreren Hanse-Merkur-Gesellschaften.
Kritik hagelt es – weniger an der Personalie als an den Perspektiven für den Fonds – vom Reisebüroverband VUSR, der bislang nicht in den Gesellschafterkreis aufgenommen wurde. Die Vorsitzende Marija Linnhoff bemängelt unter anderem, dass die Aufsichtsfunktion des Bundesjustizministeriums obsolet sei und von einer anderen Institution übernommen werden könne. Zudem kritisiert sie die ihrer Meinung nach zu zögerliche Reduzierung der verpflichtenden Beiträge und Sicherheitsleistungen, die den finanziellen Spielraum der Veranstalter reduzierten.
Christian Schmicke
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