14. Dezember 2020 | 07:00 Uhr
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Streifzug durch Tobagos koloniale Vergangenheit

Die wechselhafte Geschichte der kleinen Karibikinsel drückt sich in zahlreichen Zeugnissen aus, die von der Vergangenheit Tobagos erzählen – darunter eine Festung, eine Kakaoplantage und ein rätselhafter Grabstein.

Tobago Cocoa Estate

Im Tobago Cocoa Estate wird heute hochwertige Schokolade produziert

Ein beliebtes Ausflugsziel ist etwa das 1777 erbaute Fort King George im östlichen Teil der Inselhauptstadt Scarborough. Das Gebäude ist ein Sinnbild für die wechselhafte Geschichte der Insel. Vier Jahre nach seinem Bau durch die Briten wurde es 1781 von französischen Besatzern eingenommen und in „Fort Castries“ umbenannt. 1814 ging es zurück an die Engländer, die die Festung 1856 um ein Gefängnis und ein Krankenhaus erweiterten. Außerdem gab es Änderungen mit der Anlage eines Wasserreservoirs (1926), eines Leuchtturms (1958) und eines Parks (1965). Heute ist außerdem in einem der Gebäude das Nationalmuseum von Tobago untergebracht. Vom Fort aus bietet sich ein schöner Blick auf Scarborough und das Meer.

Kakao gehörte früher neben Tabak zu den wichtigsten Gütern Tobagos; heute spielen beide kaum noch eine wirtschaftliche Rolle für die Insel. Um die Anbautradition wieder aufleben zu lassen, hat der auf Tobago geborene Duane Dove 2005 die "Tobago Cocoa Estate W.I. LTD" gegründet. Hier, im Nord-Osten der Insel nahe Roxborough, haben interessierte Besucher die Möglichkeit, in die Geheimnisse des Kakao-Anbaus einzutauchen und nebenbei hervorragende Schokolade zu kosten und zu kaufen.

Bio-Schokolade Made in Tobago

In liebevoller Handarbeit werden auf der Plantage die Kakao-Pflanzen gesetzt, gepflegt und geerntet und weitere typische Pflanzen der Insel kultiviert. Eine Führung bietet Einblicke in die Produktion des Roh-Kakaos, der heute die Basis für exklusive, in Zusammenarbeit mit dem französischen Chocolatier Francois Pralus produzierte Schoko-Delikatessen ist. Sämtliche Arbeiten erfolgen mit traditionellen Gerätschaften, viel Handarbeit und Liebe zum Detail. Besucher können die Erzeugnisse während der verschiedenen Produktionsstufen verkosten.

Das Städtchen Plymouth im Nordwesten von Tobago ist unter anderem für ihren “geheimnisvollen Grabstein” bekannt. Er befindet sich auf dem Grab von Betty Stivens, die dort 1783 im Alter von 23 Jahren mit ihrem Kind beerdigt wurde, und beschäftigt die Menschen seit vielen Generationen. Auf dem Stein steht die Inschrift: “Sie war eine Mutter, ohne es zu wissen, und eine Ehefrau, ohne es Ihren Mann wissen zu lassen; außer durch ihre gütige Hingabe an ihn“. Das Grab liegt nahe der Küste an der Shelbourne Street in Plymouth. Ein schöner Strand ist von dort aus zu Fuß gut erreichbar. Er macht die geheimnisvolle Stätte zu einem Ausgangspunkt für einen Spaziergang.

Mehr über Tobago erfahren Sie mit unserer Themenwoche Tobago auf Reise vor9 und Counter vor9: News, Hintergrund und Tipps für die Beratung im Reisebüro.

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