30. September 2021 | 07:00 Uhr
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Mauritius heißt lebendiges Multikulti und Gastfreundschaft

Kaum irgendwo auf der Welt gibt es eine solche Vielfalt an Ethnien, Religionen und Kulturen auf so engem Raum wie auf Mauritius. Wer funktionierendes Multikulti erleben will, ist auf der Ferieninsel im Indischen Ozean richtig.

Mauritius Hinduistische Opfergaben Foto MTPA Bamba

Auf Mauritius leben viele Hindus, aber sie sind nur eine Religionsgruppe, es herrscht ein buntes Völkergemisch

Anfang des 16. Jahrhundert entdeckten Seefahrer aus Portugal Mauritius, später kamen Siedler aus Holland, dann beuteten Franzosen und Briten die Kolonie aus. Erst mit verschleppten Sklaven aus Afrika, später mit Plantagenarbeitern aus Indien. Kaufleute aus China entdeckten Mauritius ebenfalls als Ziel. Die 1,2 Millionen Mauritier sind Nachfahren dieser Volksgruppen, rund 70 Prozent davon indischer Abstammung.

Hindus, Christen, Muslime und Buddhisten pflegen auf Mauritius ihre Traditionen. Dennoch gibt es eine starke nationale Identität. Das liegt vor allem an der gemeinsamen Muttersprache. Rund 80 Prozent der Bevölkerung sprechen Morisyen, eine auf dem Französischen basierende Sprache der Kreolen. Offizielle Amtssprache ist Englisch, doch im Alltag unterhält man sich auf Kreolisch oder Französisch.  

Auch beim Essen zeigt sich die Vielfalt von Mauritius. Es wird indisch, chinesisch, kreolisch, französisch und afrikanisch gekocht. Als Musik und Tanz ist Séga populär, verwurzelt in afrikanischen Traditionen, Rhythmen und Klänge ähneln Salsa und Calypso. Für Touristen gibt es regelmäßig Vorführungen. Bei der Jugend sind neuere Genres beliebt, zum Beispiel Seggae, ein Mix von Séga und Reggae, oder Ragga, wo auch noch indische Elemente einfließen.

Rund ums Jahr kann man den Mix der Kulturen bei den großen Festen erleben. Zum Beispiel am 12. März, dem Unabhängigkeitstag, zu dem alle Ethnien, Religionen und sozialen Schichten sich an Paraden beteiligen. Weitere Höhepunkte sind die chinesischen Neujahrs-, Frühlings- und Mondfeste. Christen feiern Ostern und Weihnachten, für gläubige Katholiken ist die Pére-Laval-Wallfahrt am 9. September eine Pflicht.

Hindus freuen sich auf das Neujahrsfest Ougadi, das Lichterfest Divali und Maha Shivaratree. Bei diesem wichtigsten Termin pilgern Gläubige in großer Zahl und weiß gekleidet zum Grand Bassin, dessen Wasser als heilig gilt. Tamilen zelebrieren den Feuerlauf und Kavadee, ein besonders eindrucksvolles Ereignis. Denn Feiernde durchstechen ihre Zungen und Wangen mit Nadeln, um Buße zu tun.

Pascal Wüpper

Mehr über die Ferieninsel im Indischen Ozean erfahren Sie in unserer Themenwoche Mauritius auf Counter vor9.

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