21. November 2022 | 07:00 Uhr Anzeige
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Roadtrips zwischen Kultur und großen Kulissen

Die Provinz Mpumalanga spielte in der Geschichte Südafrikas eine wichtige Rolle. Neben dem Kruger Nationalpark stehen Autofahrern vier Routen zur Wahl, die Natur, Kultur und die Geschichte der Region verbinden.

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Bunte Kleidung und bunte Häuser sind das Markenzeichen des bekannten Ndebele-Volks in der Provinz Mpumalanga

Liberation Heritage Route: Auf Gandhis und Mandelas Spuren

Der Freiheitskampf Südafrikas und vor allem der Mpumalanga-Region ist untrennbar mit sechs Städten verbunden, in denen Freiheitskämpfer für Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung rebellierten. Zu diesen Städten gehören: Bethal, Daggakraal, Ermelo, Saul Mkhizeville (früher Driefontein), Secunda und Volksrust. 

Die Liberation Route folgt ihren Spuren. So wird beispielsweise in Bethal dem Freiheitskämpfer Gert Sibande gedacht, der einst die Lebens- und Arbeitsbedingungen der schwarzen Kartoffelfarmer publik machte und anprangerte, es zum Provinzvizepräsidenten des Transvaal African National Congress (ANC) brachte und gemeinsam mit Nelson Mandela angeklagt wurde. Denkmäler, Museen und ein ganzes Kulturviertel ist Sibande und anderen Widerstandskämpfern gewidmet. 

Secunda wiederum gedenkt als Industriestadt einigen wichtigen Revolutionären, die sich dem militärischen Arm des ANC anschlossen und die für ihre Aktionen wie auch Mandela als Terroristen auf Robben Island inhaftiert wurden. In Saul Mkhizeville (Driefontein) begehrten afrikanische Farmer friedlich gegen die unfaire Landverteilung an Weiße auf, wurden aber gewaltsam zurückgeschlagen. 

In Volkskrant dagegen wirkte unter anderem Mahatma Gandhi, der hier während seiner Zeit als Anwalt das Konzept des passiven Widerstands entwickelte, dafür aber auch in Volkskrant eingesperrt wurde. Seine Gefängniszelle ist heute ein Museum, in dem ehemalige Häftlinge von dieser Zeit berichten.

Genesis Route: Berge, Schluchten und Savannen

Die Genesis Route verbindet auf 220 Kilometer Länge die historische Stadt Barberton mit dem Ferienort Badplaas und liegt szenisch mitten im Makhonjwa-Gebirge. Als erst neunter Ort in Südafrika wurde Barberton von der Unesco in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Landschaftlich enorm vielfältig, bietet sie, eingebettet in Bergschluchten, Savannen und riesigen Waldgebieten atemberaubende Panoramen. 

Ein Highlight bietet sich bei den Bergen rund um Barberton: Mit einem Alter von 3,5 Milliarden Jahren bilden sie eines der besterhaltenen und ältesten Gesteinsformationen der Welt. Auch die Geschichte des Goldrausches ist an Geisterstädten wie Eureka erlebbar, und überall entlang der Route gibt es Möglichkeiten für Safaris. Am Ende der Route wartet Badplaas – ein touristischer Ort, an dem man sich die müden Knochen in heißen Mineralquellen entspannen, eine Safari buchen, Go-Kart fahren, Golf oder Paintball spielen oder Ausflüge in den Regenwald machen kann.

Mpumalanga Heritage Route: Eintauchen in die Geschichte Südafrikas

Direkt bei Ermelo im Südosten von Mpumalanga, etwa 150 Kilometer von Mbombela entfernt, beginnt an der Kreuzung der Straßen N2, N17 und N11 die Highveld Heritage Route und verbindet 14 Städte, die eine wichtige Rolle in der Geschichte Südafrikas spielten: Amersfoort, Amsterdam, Balfour, Breyten, Carolina, Chrissiesmeeer, eManzana (früher Badplaas), Ermelo, Hendrina, Mkhondo (früher Piet Retief), Morgenzon, Perdekop, Standerton, Val und Wakkerstroom. 

Jahrhunderte alte und mit floralen Mustern versehene Wallanlagen der Bakoni aus dem 17. Jahrhundert säumen sich hier über hunderte Kilometer. Es warten beispielsweise bei Carolina uralte Felszeichnungen der San oder bei Ermelo Gedenkstätten und Schlachtfelder aus dem Anglo-Buren-Krieg. 

Neben historisch relevanten Orten ist diese Region zudem geprägt von Bergen, Kiefernwäldern, glitzernden Seen und riesigen Dämmen. Wer hier nicht nur in die Geschichte des Landes eintauchen, sondern es zu Pferd oder zu Fuß erwandern oder einfach nur Vögel und den sternenklaren Himmel beobachten will, kommt auf dieser Route auf seine Kosten.

Cultural Heartlands: Zu Besuch beim Ndebele-Volk

Die Cultural Heartlands gelten als das Tor zu Mpumalanga und bieten eine ideale Einführung in die Region. Sie umfasst die Städte eMalahleni (ehemals Witbank), Kraanspoort, Middelburg, Ogies und Stoffberg sowie das Urlaubsziel Loskop Dam. Sie sind die Heimat des berühmten Ndebele-Volkes, das durch seine bunt bemalten Häuser und farbenfrohe Kleidung bekannt ist. 

In der Region zählt aber nicht nur Folklore: Sie ist eine reiche landwirtschaftliche Gegend und besitzt neben Farmen eine prosperierende Kohleförderung und zahlreiche Kraftwerke, die eine entscheidende Rolle für die Energieversorgung des Landes spielen. 

Auch landschaftlich überzeugt das Cultural Heartland: Das Gebiet zeichnet sich durch eine Mischung aus hügeligem Highveld-Grasland, Bergbuschland, Dämmen und Flüssen aus und beherbergt eine große Auswahl an südafrikanischen Pflanzen und Tieren. Wer Glück hat, hört abends auch den Ruf der endemischen Wollzykade, die es nur hier gibt.

Mehr über Eurowings Discover und die südafrikanische Provinz Mpumalanga erfahren Sie in unserer Themenwoche auf Reise vor9 und Counter vor9: News, Hintergrund und Tipps für die Beratung im Reisebüro.

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