Corendon öffnet für Veranstalter Curaçao als Direktflugziel
Die türkische Ferienfluggesellschaft Corendon Airlines nimmt zum Winterflugplan 2026/2027 erstmals eine Langstrecke ab Deutschland auf und verbindet Düsseldorf dreimal pro Woche nonstop mit der südkaribischen Insel Curaçao. Erstflug ist der 14. Dezember 2026. Die großen Reiseveranstalter sollen den deutschen Reisebüromarkt mit Pauschalen versorgen.
Flughafen Düsseldorf / A. Wiese
Stellten die neue Verbindung vor: v.l.n.r.: Christian Hein, Head of Sales & Marketing Corendon Airlines, Paul Schwaiger, CCO Corendon Airlines, Yildiray Karaer, CEO Corendon Airlines, Lars Redeligx, CEO Flughafen Düsseldorf und Martin de Boer, Corendon Hotels
Eingesetzt wird ein von World2Fly geleaster Airbus A330-300 mit 285 Sitzen in drei Klassen: 30 Plätze in der Business Class mit nahezu vollständig flachen Sitzen, 16 Plätze in der Economy Plus sowie 239 Plätze in der Economy. Der Flieger wird in Düsseldorf stationiert, Crew und Betrieb stellt World2Fly. Geflogen wird montags und samstags mit Abflug um 9:25 Uhr sowie donnerstags um 8:55 Uhr, die Flugzeit beträgt rund neuneinhalb Stunden. Die Kapazität für die erste Saison bis zum 3. April 2027 liegt bei rund 29.000 Passagieren.
Großes Einzugsgebiet und günstige Flugzeug-Gelegenheit
Christian Hein, Head of Sales & Marketing bei Corendon Airlines, begründete die Standortwahl für den Abflughafen Düsseldorf mit dem großen Einzugsgebiet: 18,5 Millionen Menschen im Umkreis von hundert Kilometern, dazu die Nähe zu den Niederlanden. Die Karibikinsel gehört rechtlich zum Königreich der Niederlande, die Niederländer sind die mit Abstand größte Urlaubergruppe auf Curaçao. Rund zwanzig Prozent niederländische Gäste werden auf den Flügen ab Düsseldorf erwartet. Begünstigt wurde der Einstieg in die Langstrecke laut Corendon aber auch dadurch, dass der A330-300 von der Leasinggesellschaft World2Fly zu einem attraktiven Preis verfügbar war.
Hinzu kommt, dass Corendon bereits über ausreichend Erfahrung mit einer Verbindung von den Niederlanden nach Curaçao verfügt: Die Schwestergesellschaft Corendon Dutch fliegt seit Jahren fünfmal wöchentlich von Amsterdam nach Curaçao. Niederländische Urlauber sind traditionell die wichtigste Zielgruppe der Insel und stellen pro Jahr mehr als 200.000 Gäste. Aus Deutschland reisen bislang rund 15.000 Besucher jährlich über Amsterdam an, heißt es.
Konzern zählt mit fünf Häusern zu den größten Hoteliers der Insel
Auf der Insel selbst betreibt der Corendon-Konzern fünf Hotels mit zusammen mehr als 1.000 Zimmern. Dazu zählen das Mangrove Beach Resort (500 Zimmer), das Livingstone Jan Thiel (204 Zimmer), das Fünf-Sterne-Haus The Riff am Mambo Beach, das Boutique-Hotel Petrus sowie The Ridge mit 75 Zimmern in Scharloo. Damit zählt Corendon zu den größten Hotelanbietern auf Curaçao. Ergänzend bietet die Gruppe mit dem Schiff "Ambassador" auch Karibik-Kreuzfahrten ab Willemstad an.
Beim Vertrieb setzt Corendon in Deutschland auf die Zusammenarbeit mit den etablierten und bekannten Reiseveranstaltern. Der Nur-Flug-Anteil dürfte eher überschaubar bleiben. Nach Angaben von Hein laufen Gespräche mit TUI, Dertour, Alltours und Schauinsland, die in Kürze Pauschalreisen paketieren und über die Reisebüros vermarkten werden.
Niederländischer Veranstalter bleibt im Hintergrund
Endkunden in Deutschland können grundsätzlich über die Corendon-Webseite Pauschalreisen des niederländischen Veranstalters Corendon Int. Travel B.V. buchen. Aktuell sei aber ein aktiver Markteintritt mit eigenem Agenturnetzwerk in Deutschland nicht geplant.
Eine Ausweitung der Saison über den April hinaus ist laut Hein aktuell kein Thema, die Verbindung bleibt saisonal. Weitere Langstreckenziele ab Düsseldorf seien bei Corendon derzeit ebenfalls nicht in Vorbereitung. "Aber wir möchten jetzt auf dieser Strecke liefern, damit wir auch in der darauffolgenden Wintersaison erneut von Düsseldorf direkt nach Curaçao fliegen können", so Hein.
Pascal Brückmann