26. November 2021 | 18:56 Uhr
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Streit um Reisebüroschließungen in Sachsen läuft weiter

Reisebüroorganisationen und Verbände sind alarmiert, die Regierung des Freistaates Sachsen zeigt sich unbeeindruckt. Die Debatte um die Verhältnismäßigkeit der Schließung von Ladenlokalen im stationären Vertrieb geht in die nächste Runde.

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Zuletzt meldete sich der Reisebüro-Kooperationsverbund QTA zu Wort: "Eine behördliche Schließung von Reisebüros wie jetzt in Sachsen bedeutet einen massiven Wettbewerbsnachteil für den ohnehin schon gebeutelten stationären Vertrieb", sagte QTA-Sprecher Thomas Bösl. Zudem sei eine Ausweitung der Debatte auf weitere Bundesländer zu befürchten. Dann seien viele Reiseverkäufer erneut von Kurzarbeit bedroht. Büroschließungen seien "ein verheerendes Signal an die Kunden und gefährden Existenzen", so Bösl. Überdies stärke die Schließung von Reisebüros den Online-Vertrieb und trage damit zu einer unhaltbaren Wettbewerbsverzerrung bei.

Zuvor hatten sich bereits DRV, VUSR und die in Dresden ansässige Reisebürokooperation TSS entsprechend geäußert. Letztere hat über ein Mitglied einen Antrag auf "einstweiligen Rechtsschutz" gestellt. Man sei der Meinung, dass zu klären sei, "warum unter anderem ausgerechnet an Reisebüros mit deutlich weniger Publikumsverkehr als vielen anderen Handelsbereichen ein sehr viel höherer Maßstab angewandt wird", so TSS-Chef Manuel Molina.

"Nicht direkt mit Einzelhandel vergleichbar"

Von der sächsischen Landesregierung heißt es dazu laut dem Fachblatt FVW, dass mit der Verordnung den betroffenen Unternehmen nicht grundsätzlich die Öffnung untersagt sei, sondern lediglich die Öffnung für den Publikumsverkehr. Tatsächlich könnten die Geschäftsinhaber weiterhin ihre Geschäftsräume betreten und von dort aus arbeiten. Zudem seien Reisebüros "nicht direkt mit Einzelhandelsgeschäften, wie zum Beispiel Modegeschäften vergleichbar, da sie im Gegensatz zu Letzteren ihre Kunden digital oder telefonisch beraten" könnten.

Aus dem Blickwinkel vieler Reisebüros dürfte sich die Angelegenheit zwiespältig darstellen. Einerseits wird es vielen nachvollziehbarerweise nicht einleuchten, dass zwar Friseurläden geöffnet sein dürfen, ihre eigenen Ladenlokale aber nicht. Andererseits scheint die aktuelle Kundenfrequenz im stationären Vertrieb überschaubar zu sein. "Ob ich mein Ladenlokal gerade offen halten darf oder nicht, ist betriebswirtschaftlich unerheblich", sagte vor wenigen Tagen ein Reisebürochef im Gespräch mit Reise vor9.

Christian Schmicke

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