ASR fordert Meldestelle für "unseriöse" Veranstalter
Der Mittelstandsverband ASR fordert eine bundesweite Meldestelle für Verstöße gegen das Pauschalreiserecht. Hinweise sollten dort auf Wunsch anonym eingehen und an klar zuständige Behörden weitergeleitet werden, sagt ASR-Präsidentin Anke Budde (Foto).
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Nach Auffassung des ASR fehlt es nicht grundsätzlich an Möglichkeiten, Verdachtsfälle zu melden. In der Praxis würden Hinweise jedoch häufig nicht konsequent bearbeitet, Zuständigkeiten seien oft unklar. Zudem scheuten viele Unternehmen eine Meldung, wenn sie dabei ihre Identität offenlegen müssten.
Die vom Verband geforderte Stelle soll Meldungen bündeln, die zuständigen Behörden koordinieren und die Verfolgung nachgewiesener Verstöße sicherstellen. Eine anonyme Abgabe von Hinweisen müsse möglich sein.
Verstöße auch durch deutsche Anbieter
Der ASR nennt fehlende Insolvenzabsicherungen, unzulässige Anzahlungen, mangelhafte Reisebedingungen und unklare Verantwortlichkeiten gegenüber Reisenden als zentrale Probleme. Dabei gehe es nicht nur um ausländische Anbieter, die auf dem deutschen Markt auftreten. Zunehmend verkauften auch Unternehmen und Vereine mit Sitz in Deutschland Pauschalreisen, ohne die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.
"Es kann nicht sein, dass sich ehrliche Reiseunternehmen Tag für Tag an immer umfangreichere gesetzliche Vorgaben halten müssen, während andere diese schlicht ignorieren – oftmals ohne jede Konsequenz", sagt ASR-Präsidentin Budde, ohne konkrete Adressaten zu nennen, gegen die sich die Vorwürfe richten.
Neben der Meldestelle verlangt der Verband klare behördliche Zuständigkeiten, eine konsequente Ahndung von Verstößen und eine engere nationale sowie internationale Zusammenarbeit. Damit sollten auch grenzüberschreitend tätige Anbieter wirksamer kontrolliert werden.