9. Juni 2026 | 13:43 Uhr
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Warum Sunny Cars nicht mit Engpässen bei Mietwagen rechnet

Sunny Cars glaubt trotz starker Nachfrage nach westlichen Mittelmeerzielen nicht, dass es zu größeren Engpässen bei Urlaubsautos kommt. In den USA verzeichnet der Broker ein Minus von 23 Prozent. Im Vertrieb sieht die Geschäftsführung weiter Potenzial für Reisebüros, weil viele das Thema Mietwagen noch zu sehr als Nebengeschäft betrachteten.

Mietwagen

Trotz einiger Nachfrageverlagerungen rechnen die Chefs des Mietwagenbrokers Sunny Cars nicht mit einer Knappheit an Fahrzeugen

Der Mietwagenmarkt hat sich nach den Verwerfungen der vergangenen Jahre stabilisiert. Für den kommenden Sommer erwartet Sunny Cars trotz stärkerer Nachfrage nach Warmwasserzielen keine größeren Versorgungsprobleme. Geschäftsführer Thorsten Lehmann verweist auf frühzeitige Gespräche mit den Vermietpartnern. "Da sehen wir keine wirklichen Engpässe", sagt er im Reise vor9 Podcast.

Eine Ausnahme könnte Ibiza sein. Dort wird die angekündigte Beschränkung für Mietwagen nach Einschätzung von Sunny Cars nun tatsächlich durchgesetzt. Lehmann erwartet aber auch dort keine größeren Engpässe. Früh zu buchen bleibe dennoch sinnvoll, weil Kunden dann eher das gewünschte Fahrzeug bekämen.

Ibiza als Testmarkt für die Balearen

Auch auf Mallorca wird seit längerem über Einschränkungen für Mietwagen diskutiert. Kai Sannwald, Gründer und Geschäftsführer von Sunny Cars, sieht Ibiza dabei als möglichen Testmarkt. Die Behörden würden nun prüfen, ob das Modell funktioniert und ob sie damit ihre Ziele erreichen. Welche Folgen das für Mallorca haben könnte, sei offen.

Beim Buchungsverhalten spürt Sunny Cars die Verschiebung hin zu kurzfristigeren Entscheidungen. Im Winter seien die frühen Buchungen stark gewesen, zur Sommersaison nehme Last Minute zu. Das mache die Planung schwieriger, sagt Lehmann. Insgesamt sei das Unternehmen mit der Entwicklung aber zufrieden.

Sannwald verweist auf mögliche Störungen von außen. Themen wie Kerosinpreise oder kurzfristige geopolitische Entwicklungen könnten die Lage weiter beeinflussen. Die Vermietpartner seien flexibel aufgestellt, sagt er. Das liege auch an langfristigen Beziehungen. Sunny Cars arbeite mit vielen Partnern seit 35 Jahren zusammen.

USA liegen deutlich im Minus

Auffällig ist die Entwicklung auf der Fernstrecke. Während Sunny Cars in den meisten Zielgebieten Zuwächse sieht, gehen die USA-Buchungen zurück. Lehmann spricht von einem "Trump-Effekt". Im Vergleich zum Vorjahr liege der Buchungseingang seit dem 1. November um 23 Prozent niedriger.

Als Gründe nennt er die Berichterstattung über mögliche Probleme bei der Einreise, Kontrollen von Social-Media-Konten und eine insgesamt "schwierigere" Wahrnehmung des Reiseziels. Andere Fernziele können nach Einschätzung von Sunny Cars einen Teil der Nachfrage auffangen. Kanada zeige einen direkten Effekt, auch Südafrika laufe gut. Australien und Neuseeland litten dagegen unter der schwächeren Erreichbarkeit über die Golfstaaten.

Qualität statt niedriger Einstiegspreis

Sunny Cars positioniert sich unterdessen im Markt weiter mit Rundum-Sorglos-Paketen. Der Preis liegt dadurch teils über Angeboten anderer Anbieter. Lehmann hält das gleichwohl langfristig für tragfähig. Der Broker setze seit der Gründung 1991 auf Qualität, Service und Kundenzufriedenheit. Für 2025 nennt er rund eine Million Buchungen.

Sannwald warnt vor zu niedrigen Einstiegspreisen. "Wunder haben Gründe", sagt er. Die Fixkosten vor Ort für Auto, Station und Personal unterschieden sich nicht stark. Wenn ein Anbieter deutlich günstiger sei, müsse er seine Kosten an anderer Stelle decken. Was ein Mietwagen wirklich gekostet habe, lasse sich oft erst nach der letzten Kreditkartenabrechnung sagen.

Zur Qualitätssicherung arbeitet Sunny Cars nach eigenen Angaben mit klaren Servicevereinbarungen. Darin sei im Detail geregelt, wie die Zusammenarbeit mit Vermietern laufen soll. Rückmeldungen von Kunden würden strukturiert ausgewertet. Dadurch erkenne Sunny Cars früh, wenn es an einzelnen Stationen Probleme gebe.

Reisebüros sollen Mietwagen früher anbieten

Der Reisebüro-Vertrieb bleibt für Sunny Cars ein zentraler Kanal. Lehmann nennt ihn den historisch ersten und weiter einen sehr wichtigen Vertriebsweg. Das Unternehmen investiere in Schulungen, Weiterbildung, persönliche Kontakte und schnelle Erreichbarkeit im Service.

Lehmann sieht im deutschen Markt weiter Luft nach oben. Mietwagen würden im Reisebüro noch zu oft als Nebengeschäft behandelt. Dabei könne der Vertrieb damit Geld verdienen und zugleich den Service verbessern. Nach seinen Angaben buchen nur acht Prozent der Kunden einen Mietwagen bereits vor der Reise. Ältere Studien hätten gezeigt, dass sich 40 bis 60 Prozent erst vor Ort entscheiden.

E-Autos bleiben Nische im Urlaub

Bei der Elektromobilität sieht Sunny Cars weiter wenig Bewegung im Urlaubsgeschäft. Sannwald nennt die Ladeinfrastruktur das Kernproblem, vor allem in südlichen Reiseländern. Urlauber wollten sich nicht mit der Suche nach Ladestationen beschäftigen. Solange das Laden Stress verursache, werde die Nachfrage gering bleiben.

Lehmann beziffert den Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen im laufenden Jahr auf 2,4 Prozent. In Ländern wie Norwegen und Schweden sei die Lage besser, weil die Infrastruktur weiter sei. Dort sei auch der Anteil entsprechender Fahrzeuge höher. Für die klassischen südlichen Urlaubsziele sieht Sunny Cars dagegen weiter Hürden.

Christian Schmicke

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