Auch 2024 blieb der Urlaub für Millionen Europäer unerreichbar. Nach aktuellen Zahlen von Eurostat können sich 27 Prozent der EU-Bevölkerung ab 16 Jahren keine einwöchige Reise außerhalb der eigenen vier Wände leisten.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil leicht gesunken – um 1,5 Prozentpunkte. Vor zehn Jahren war das Bild noch düsterer: 2014 lag der Anteil derer, die sich keine Ferienreise leisten konnten, bei 37,6 Prozent.
Große Unterschiede zwischen Ost und West
Besonders hoch ist der Anteil von Menschen ohne Urlaubsmöglichkeit in mehreren süd- und osteuropäischen Ländern. Rumänien verzeichnet mit 58,6 Prozent den höchsten Wert in der EU. In Griechenland können sich 46 Prozent der Menschen keine Reise leisten, in Bulgarien sind es 41,4 Prozent.
Demgegenüber zeigen sich Staaten in West- und Nordeuropa deutlich weniger betroffen. In Luxemburg liegt der Anteil derjenigen ohne Urlaubsreise bei 8,9 Prozent, in Schweden bei 11,6 und in den Niederlanden bei 13 Prozent. Für Deutschland wird der Anteil auf 20,8 Prozent beziffert.
Langfristiger Rückgang erkennbar
Trotz anhaltender Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten zeigt der langfristige Trend eine Verbesserung. Der Rückgang um mehr als zehn Prozentpunkte innerhalb eines Jahrzehnts deutet auf eine allmählich zunehmende finanzielle Stabilität hin – zumindest in Teilen der EU.
Die Eurostat-Erhebung basiert auf Daten zur Lebenssituation und zu den Einkommensverhältnissen der Bevölkerung. Der Indikator zur Urlaubsarmut gilt als wichtiger sozialpolitischer Gradmesser für die wirtschaftliche Teilhabe in Europa.
Christian Schmicke
