7. Juni 2021 | 07:00 Uhr
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Was auf Menorca auf den Teller und ins Glas kommt

Wie vielerorts erlebt auch auf Menorca die traditionelle Küche mit lokalen Erzeugnissen eine neue Blüte. Das gilt für den berühmten Käse ebenso wie für Wurstwaren, Suppen oder Wein. Wussten Sie etwa, dass Gin ein typisches Produkt der Insel ist? Oder, dass der Begriff Mayonnaise von hier kommt?

Mahón-Käse

Der Käse aus Mahón ist berühmt

Aus der gastronomischen Vielfalt der Insel ragen einige Erzeugnisse besonders heraus. Eine Hauptrolle spielt der aus Kuhmilch hergestellte Käse mit der Herkunftsbezeichnung Mahón-Menorca. Im 18. Jahrhundert, als vier Schiffe ausschließlich der Verschiffung von Käse dienten und von Mahón aus diverse Häfen im westlichen Mittelmeerraum anfuhren, wurde das Erzeugnis als Käse aus dem Mahóner Hafen bekannt, abgekürzt im Spanischen Queso Mahón.

Typische Käse und Wurstwaren

Er wird je nach Reifegrad in drei Sorten angeboten: als Tierno, junger Käse mit drei Wochen bis drei Monaten Reifezeit und eher zartem Geschmack; mittelalter und würzigerer Semi-Curado und als mehr als fünf Monate gereifter, intensiver Curado. Daneben gibt es noch den Añejo, der bis zu einem Jahr lang reift und noch salziger ist. Queso Mahón dient als Aperitif, Grundlage für Gerichte und Nachspeisen, wird mit Brot gegessen oder zusammen mit Weintrauben und anderem Obst.

Die menorquinischen Wurstwaren aus Schweinefleisch, sind ebenfalls sehr schmackhaft und bieten eine große Vielfalt. Carn i Xulla ist die typischste Wurst, denn sie wird nur auf Menorca hergestellt und besteht aus roh getrocknetem, magerem Fleisch und Speck. Berühmt ist auch die Sobrasada, eine Mettwurst aus rohem Fleisch, gewürzt mit Paprika.

Menorcas Saucen-Spezialität

Zweifellos ist Mahonesa das berühmteste und weltweit verbreitetste Produkt menorquinischen Ursprungs. Die hierzulande als Mayonnaise bekannte Spezialität ist eine enge Verwandte der Alioli-Soße und besteht aus Öl, Ei, Salz und Essig oder Zitronensaft. Die Legende sagt, dass anlässlich der französischen Invasion der Insel 1756 der Herzog Richelieu in einem Gasthaus mangels Alternativen einen Rest Fleisch mit der besagten Soße angeboten bekam. Sie habe ihm so gut geschmeckt, dass er das Rezept mit nach Frankreich genommen und unter dem Namen Mayonnaise bekannt gemacht habe. Die Einwohner Menorcas bestehen darauf, dass diese Soße vor der Eroberung Menorcas in keinem französischen Kochbuch oder Rezept aufgetaucht sei. Davon, dass hausgemachte Mahonesa wenig mit den als Mayonnaise bezeichneten Industrieprodukten zu tun hat, können sich Urlauber vor Ort überzeugen.

Einfache Grundrezepte, beste Zutaten

Auch die Suppen Menorcas sind ein Erlebnis. Das Paradegericht der aktuellen gehobenen Küche ist die Caldereta auf der Grundlage der Langusten aus Menorcas Gewässern. Der Name bezieht sich auf den tönernen Topf, in dem es zubereitet wird. Darin sautiert man Gemüse aus der Region, gibt pro Person 500 Gramm Languste und dünne Scheiben gerösteten Brots hinzu.

Dagegen ist der Oliaigua eher bäuerlichen Ursprungs. Das einfachste Grundrezept enthält Tomaten, Zwiebel, Knoblauch, grüne Paprika, Öl und Wasser, eine Variante ist Oliaigua broix ohne Tomaten, mit Kohl, Ei oder Spargel.

Hochprozentiges von Menorca 

Gin wurde, wie zu erwarten, von den Briten eingeführt und ist bei den Menorquinern bis heute ausgesprochen beliebt. Er wird bis heute auf traditionelle Art und Weise hergestellt. In alten Kupferröhren wird über Holzfeuer Weinalkohol destilliert, der dann mit Wacholderbeeren und Kräutern aromatisiert. Ein allgegenwärtiger Cocktail ist die eiskalt servierte Pomada, auch Gin amb Llimonada genannt: ein Teil Gin auf zwei Teile Limonade. Weitere Varianten sind Gin con Sifón – mit Soda oder Gin con Palo mit einem menorquinischen Likör.

Dem menorquinischen Wein, bis ins 19. Jahrhundert hoch geschätzt, wurde erst in den vergangenen Jahren wieder neues Leben eingehaucht. Heute gibt es mehrere Kellereien, die unter der Herkunftsbezeichnung Vi de la terra Illa de Menorca Weiße, Rosés und Rotweine vertreiben.

Desserts in Hülle und Fülle

Groß ist das Sortiment der Insel an süßen und salzigen Teigwaren, Süßspeisen, Torten, Kuchen, Puddings und sonstigen Nachspeisen. Die Rezepte wurden über Generationen hinweg originalgetreu überliefert und die Zubereitung richtete sich nach dem Kalender der Festtage im Jahresverlauf. Heute findet man all diese Köstlichkeiten überall zu jeder Jahreszeit.

Die menorquinische Küche erlebt eine neue Blütezeit. Jahrhundertelang basierte sie auf selbst erzeugten Produkten, die die Felder und das Meer hergaben. Aus der Not wurde Tugend: man ließ der Phantasie freien Lauf und kreierte köstliche Gerichte mit kleinen Zutaten. Auf dem Streifzug durch die Gastronomie haben Reisende nicht nur die Möglichkeit, die örtlichen Produkte kennenzulernen, zu probieren und zu kaufen, sondern sie können auch die Hersteller besuchen. Dafür bieten sich auf Menorca eine Weinroute, eine Käseroute, ein Streifzug durch traditionelle Rezepte oder eine Tour durch die maritime Gastronomie an.

Menorca schnuppern – kurzes Video vermittelt einen ersten Überblick über die Insel:

 

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