1. Oktober 2021 | 07:00 Uhr
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Wie Mauritius auf Nachhaltigkeit setzt

Als vor 500 Jahren die ersten europäischen Seeleute ankamen, waren die Maskarenen-Inseln tropische Paradiese voller Leben. Doch die Eroberer plünderten und zerstörten die Natur rücksichtslos für ihre Profite. Kaum ein Land hat so viele Tier- und Pflanzenarten verloren wie Mauritius. Das moderne Mauritius setzt auf Nachhaltigkeit.

Mauritius Black River Gorges Nationalpark Foto MTPA Koschel

Der Black River Gorges Nationalpark ist ein Beispiel, wie Mauritius versucht, die Natur zu schützen

Viele ausgestorbene Tiere gab es nur hier, zum Beispiel den Dodo. Der ein Meter große Laufvogel ist das Wappentier von Mauritius – und Namensgeber für ein Pilotprojekt. Unter dem Siegel "The Wise Dodo" bieten Dertour und Meiers Weltreisen nachhaltige Ausflugsprogramme an. Zum Beispiel eine geführte Tour zur geschützten Insel Île aux Aigrettes, wo noch Flughunde, Riesenschildkröten und Webervögel leben.

Der Besuch von Märkten, Handwerksbetrieben und einer Kaffeerösterei soll Gästen auch das kulturelle Erbe der Insel und den Alltag der Einheimischen näherbringen. Nur Angebote, die sechs Kriterien erfüllen, dürfen das Siegel tragen. Dazu gehören Authentizität, der Schutz von Artenvielfalt und Korallen, Chancengleichheit, Abfallvermeidung, Ressourcenschonung sowie die Einbindung lokaler Gemeinden.

Die Inselregierung hat das Ziel, mit dem Tourismus-Entwicklungsplan bis 2030 zum grünen Reiseziel zu werden. Helfen dabei soll das Projekt Sustainable Island Mauritius, das von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Switch Africa Green gefördert wird. Beim weiteren Tourismus-Wachstum sollen so negative Folgen für die Umwelt reduziert werden.

Der Zeitgeist hat sich gewandelt. Schon Schulkinder werden über Natur- und Artenschutz aufgeklärt, so wird Bewusstsein für die Umwelt geschaffen. Die international anerkannte Mauritian Wildlife Foundation spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie setzt sich für die Rettung und Wiederherstellung bedrohter Ökosysteme ein, auch mit Bildungsprogrammen und Angeboten im Ökotourismus.

Der Umweltschutz in Mauritius kommt voran. Auch auf der Insel Rodrigues etwa 600 Kilometer östlich, die noch zum Staatsgebiet von Mauritius gehört. Dort, im Grande Montagne Nature Reserve rund um die höchste Erhebung, werden mit Hilfe der Wildlife Foundation und Freiwilligen große Teile des Brachlandes wieder aufgeforstet. Schon mehr als 150.000 gepflanzte Bäume bieten Schutz- und Lebensraum für bedrohte Tierarten.

Pascal Wüpper

Mehr über die Ferieninsel im Indischen Ozean erfahren Sie in unserer Themenwoche Mauritius auf Counter vor9.

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