FTI
25. Oktober 2021 | 07:00 Uhr
Teilen
Mailen

Ein kleines Land mit gleich sechs Nationalparks

Die Esten sind sehr naturverbunden und der Schutz von Tieren, Pflanzen und Landschaften fest verankert. Daher wundert es nicht wirklich, dass das kleine Land gleich ein halbes Dutzend Nationalparks eingerichtet hat, die sehr unterschiedlich sind und fast ein Fünftel des Landes umfassen. Wir stellen sie kurz vor:

Estland Lahemaa Nationalpark Viru Bog Foto iStock Ekaterina Loginova

Der Lahemaa Nationalpark liegt nur eine Autostunde von Tallinn entfernt

Lahemaa ist der größte und älteste Nationalpark Estlands. Er liegt an der Küste nur eine Autostunde von Tallinn entfernt. Daher eignet er sich gut für Tallinn-Besucher, die nur Zeit für einen Tagesausflug haben. Der Lahemaa Nationalpark ist ein idealer Ort für Wanderer. Sie finden steinige und sandige Strände, idyllische Fischerdörfer wie Altja und Käsmu, malerische Moore, Kiefern- und Klippenwälder, Flüsse, die sich in das Kalksteinkliff eingegraben haben sowie Findlinge aus der letzten Eiszeit. In Lahemaa leben zahlreiche große Säugetiere wie Elche, Wildschweine, Braunbären, Luchse und Füchse. Wer länger in Lahemaa bleiben will, kann in Herrenhäusern übernachten, zum Beispiel in den Gutshöfen Sagadi, Palmse oder Vihula und dort deutsch-baltische Geschichte schnuppern.

Soomaa ist geprägt von mystischen Wäldern und Sumpflandschaften. Der Nationalpark ist bekannt für seine fünfte Jahreszeit. Nach der Schneeschmelze und langen Regenfällen stehen tiefer liegende Wälder und Straßen Soomaa unter Wasser. Dann sind Kanus und Paddelboote die einzigen nutzbaren Transportmittel. Wer über Suure-Jaani nach Soomaa fährt, sollte sich den Urwald auf dem Kuraniidu-Bohlenweg ansehen. Das Besucherzentrum des Nationalparks liegt im Süden am Bieberpfad. Ein besonderes Erlebnis sind Moorschuhwanderungen direkt auf dem feuchten Gras.

Matsalu ist ein Vogelparadies, einer der wichtigsten Zwischenstopps für Wasservögel auf ihrer Route zwischen der Arktis und Westeuropa. Hier nisten Rohrdommel, Wasserläufer, Kiebitz, Brachvogel oder Seeadler. Der Nationalpark an der Westspitze Estlands umfasst die seichte Bucht Matsalu und deren Küste, das Mündungsgebiet des Flusses Kasari sowie fast 50 Inseln. Matsalu beherbergt auch die mit 4.000 Hektar größte erhaltene kahle Auwiese Europas, eine wichtige Niststätte für Wachtelkönig, Tüpfelsumpfhuhn und Doppelschnepfe. Im Nationalpark ziehen jedes Jahr über zwei Millionen Wasservögel durch. Das Besucherzentrum auf dem Gutshof Penijõe klärt über die gefiederten Bewohner und die Geschichte des Nationalparks auf.

Vilsandi besteht aus 150 kleinen Inseln, die Saaremaa vorgelagert sind. Auf der westlichsten Insel des Landes Estlands mit ihrem weitflächigen Wacholderbewuchs und im Vilsandi Nationalpark finden Besucher Orchideen, Fossilien und versteinerte Korallen. Wer über die Natur mehr erfahren möchte, ist im Besucherzentrum des Nationalparks Vilsandi richtig. Hier gibt es eine Sammlung von Fossilien und eine Dauerausstellung zur langen Geschichte des Parks.

Karula ist der kleinste Nationalpark, muss sich aber keinesfalls verstecken. Er liegt ganz im Süden Estlands und ist geprägt von einer hier eher seltenen Hügellandschaft und 60 Seen. Im Karula-Nationalpark sind zahlreiche Tiere heimisch, insbesondere einige selten gewordene Vogelarten wie Schwarzstörche, Fischadler und Steinadler. Der Schlammfrosch ist zwar kein Vogel, aber bedroht und ebenfalls hier zu Hause. Der höchste Punkt mit 137 Metern ist der Hügel „Rebasejärve Tornimägi“. Dort steht ein 30 Meter hoher Aussichtsturm, der von Besuchern bestiegen werden kann. In Karula geht es deutlich ruhiger zu als in den anderen Parks. Hier wandert man auf den schönen Wegen oft alleine.

Alutaguse ist der jüngste Nationalpark Estlands. Er wurde erst vor zwei Jahren im Osten an der russischen Grenze eingerichtet. Der Nationalpark schützt die charakteristischen Moor- und Waldlandschaften. Sie sind wichtig für viele Vogelarten wie See- und Steinadler, Auerhähne, Moorschneehühner, Eulen und Weihen, aber auch Gleithörnchen und Braunbären, die man von einer speziellen Wildtierbeobachtungshütte aus erspähen kann. Im Nationalpark liegt das größte Moorgebiet, Puhatu. Dort können Besucher Estlands einzige Festlanddünen bestaunen, die bis zu 18 Meter hoch sind. Und im Eichenwald von Mäetaguse stehen bis zu 300 Jahre alte Bäume.

Mehr über das nordische Land erfahren Sie mit unserer Themenwoche Estland auf Reise vor9 und Counter vor9: News, Hintergrund und Tipps für die Beratung im Reisebüro.

Anzeige Reise vor9