28. November 2020 | 07:00 Uhr
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Von der Mutter der Rauchsauna und anderen Typen

Estland ist bekannt für seine liebenswerten, oft etwas schrulligen Bewohner, die voller Kreativität und Tatendrang durchs Leben gehen. Kein Wunder also, dass die Esten jede Menge Geschichten von außergewöhnlichen Menschen erzählen können. Drei Beispiele:

Estland Rauchsauna Foto Visit Estonia

"Behutsames Schlagen" mit Birkenzweigen gehört in der estnischen Rauchsauna dazu

Eda Veeroja ist die „Mutter der Rauchsauna“, gewissermaßen ein estnisches Symbol. Eda betreibt die Mooska-Farm in Südestland, wo Besucher das ultimative Rauchsauna-Erlebnis erwartet. Nach einem langen Tag in der Natur gibt es nichts Besseres als sich mit Honig zu überziehen und danach folgt ein „behutsames Schlagen“ mit Birkenzweigen. Entgegen des vielleicht alarmierenden Namens ist das sogenannte „Whisking“ ein gesundes Peeling.

Für die Esten ist die Rauchsauna weit mehr als eine Tradition, beinahe ein heiliger Ort. Bis vor einigen Jahren begann und endete das Leben in der Rauchsauna, hier wurden die Toten gewaschen und die Kinder zur Welt gebracht. So auch Edas Vater. Und während hierzulande in der Sauna eher Stille herrscht, ist sie in Estland ein Ort der Kommunikation.

Mare Mätas ist Reiseleiterin, Lehrerin und Hüterin von Traditionen. Als Vorsitzende der Kihnu Cultural Space Foundation ist es ihr Anliegen, uraltes Wissen und Jahrtausende alte Bräuche der Insel zu bewahren. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein. Sprache, Trachten, Musik und Tänze aber auch das Kunsthandwerk laden zu einer faszinierenden Reise in die Vergangenheit ein.

Die Bewohner Kihnus leben bis heute im Einklang mit der Natur, dem Meer und den Gezeiten, Jagen und Fischen sind an der Tagesordnung. Doch Estland wäre nicht Estland ohne Gegensätze. So kann es auf Kihnu durchaus vorkommen, dass eine Dame in typischer Tracht traditionelles Kunsthandwerk fertigt und das Ergebnis stolz auf Instagram teilt. 

Romet Vaimo ist meist draußen zu Hause. Kaum einer kennt Estlands Naturschätze besser als er. Romets Herz schlägt vor allen für die Moorgebiete. Ginge es nach dem Guide, müsste ein jeder Besucher des Landes eine Moorwanderung machen.

Denn das Moor ist für den Guide ein Tor zur Vergangenheit. Schon vor 10.000 Jahren gab es Moore in Estland, einige von ihnen sind älter als die Pyramiden von Gizeh. Unterwegs mit Romet kann man jede Menge Abenteuer erleben: Zum Beispiel einen Meteoritenschauer bei einem Mitternachtsbad im Moor unter dem Sternenhimmel oder einem Braunbären von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen.

Mehr über das nordische Land erfahren Sie mit unseren Themenwochen Estland auf Reise vor9 und Counter vor9: News, Hintergrund und Tipps für die Beratung im Reisebüro.

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