23. Juni 2021 | 07:00 Uhr
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Streifzug durch Navarras Hauptstadt Pamplona

Die Hauptstadt der autonomen Region Navarra liegt auf einem 450 Meter hohen Plateau am linken Ufer des Río Arga. Wenn nicht gerade im Juli das Fest San Fermines stattfindet, ist Pamplona ein geschichtsträchtig ruhiges Pflaster mit vielen Anlaufpunkten für Genießer.

Pamplona

Pamplona liegt auf einem Plateau am Ufer des Río Arga

Pamplona heißt im dortigen Dialekt Iruña, auf baskisch Iruñea. Die Stadt befindet sich am Jakobsweg und ist nur in der Zeit vom 7. bis 14. Juli bei den San Fermines voller Menschen. Seit Ernest Hemingway 1926 seinen Roman "Fiesta" veröffentlichte, wird Pamplona überall auf der Welt mit dem auffälligsten Teil der Festivitäten verbunden, bei dem sich bis zu zweitausend Menschen beim gemeinsamen Spurt mit einer Horde Rinder zur Arena versuchen.

Wer hohe Übernachtungspreise und wildes Treiben vermeiden will, sollte sich einen anderen Reisezeitpunkt aussuchen. Dann herrscht in Pamplona eine entspannte Atmosphäre, die zum Erkunden der zahlreichen Sehenswürdigkeiten einlädt. Dreh- und Angelpunkt der Stadt ist die arkadengesäumte Plaza del Castillo mit ihren Terrassencafés, dem verspiegelten Café Iruña und Hemingways einstigem Anlaufpunkt, dem Hotel La Perla.

Jede Menge Geschichte

An der Plaza Consistorial erhebt sich die elegante Barockfassade des Rathauses von Pamplona. Daneben steht die gotische Kirche San Saturnino oder San Cernín aus dem 13. Jahrhundert. Ihre beiden früher mit Zinnen bekrönten Türme erinnern an ihre ursprüngliche Verteidigungsfunktion. Nicht weit davon entfernt liegt die Kirche San Nicolás, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert mit ihrem markanten Wehrturm.

Nördlich der Plaza schließen sich zahlreiche Kneipen und Tavernen an. Tipp für Kulturfreunde: Berühmt ist das Museum von Navarra in einem ehemaligen Krankenhaus. Es beherbergt eine bedeutende Archäologie- und Kunstsammlung mit römischen Mosaiken, einem arabischen Schmuckkasten aus Elfenbein, gotischer Kirchenmalerei, romanischen Figurenkapitellen der Kathedrale, die 1390 eingestürzt war, und dem Bildnis des Marqués de San Adrián von Francisco de Goya.

Kirchen, Park und Palast

Von hier aus erreichen Besucher in wenigen Schritten die dreischiffige gotische Kathedrale mit ihrer klassizistischen Fassade aus dem 18. Jahrhundert. Von der Stadtmauer aus schweift der Blick über den Río Arga. An ihr entlang können Reisende zur Stierkampfarena spazieren, vor der ein Denkmal von Hemingway steht. Entspannung verspricht der Parque de la Taconera mit Resten der Befestigungsmauer, einem Gehege mit Hirschen und Pfauen und Café.

Zahlreiche weitere Bauten zeugen von der großen Geschichte Pamplonas; etwa der alte Rechnungshof aus dem 13. Jahrhundert, das älteste Gebäude der Stadt. Im 14. und 15. Jahrhundert war darin der Rechnungshof untergebracht. Oder die Kirche San Lorenzo aus dem 19. Jahrhundert mit der Barockkapelle des San Fermín und die gotische Kirche Santo Domingo aus dem 16. Jahrhundert. Der mit klassizistischer Fassade ausgestattete Palast von Navarra, Sitz der Regionalregierung, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Im Inneren sind der im Barockstil gehaltene Thronsaal, der Altaraufsatz der Kapelle sowie ein von Goya gemaltes Porträt Philipps VII. interessant.

Welt der Genüsse

Unterdessen sind es auch die alltäglichen Genüsse, die den Besuch in Navarras Hauptstadt spannend machen. In den Straßen der Altstadt trinken die Menschen heimischen Wein und erfreuen sich an leckeren Pinchos, der regionalen Variante spanischer Tapas. Munter wird es im Herbst, wenn am 7. Oktober die Cazuelica-Woche beginnt. An diesen Pfännchen- und Wein-Tagen präsentieren Wirte die kulinarischen Genüsse der Region, zum Beispiel langsam gegarte und in Tonpfännchen servierte Vorspeisen wie Kabeljau-Kartoffelpüree oder Spanferkel; alles zu moderaten Preisen.

Mehr über die Region im Norden Spaniens erfahren Sie mit unserer Themenwoche Navarra auf Counter vor9: News, Hintergrund und Tipps für die Beratung im Reisebüro.

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