8. Juni 2021 | 13:26 Uhr
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Auf den Spuren der Talayot-Kultur

Die ersten Spuren menschlicher Siedlungen auf Menorca stammen aus dem Jahr 2.100 vor Christus. Bis zur Ankunft der Römer im Jahr 123 v. Chr. hinterließen die verschiedenen Phasen der Urgeschichte steinerne Zeugen, die Urlauber entdecken können.

Menorca Taula

Um die T-förmigen Taulas wurden Fruchtbarkeitsrituale abgehalten

Zu den bekanntesten erhaltenen prähistorischen Bauten gehören die "Navetas", die es nur auf Menorca gibt. Dabei handelt es sich um Konstruktionen für Gemeinschaftsgräber von bis zu hundert beigesetzten Personen mit ihren Grabbeigaben. Sehenswert ist etwa die Naveta des Tudons in Ciutadella mit Funden, die vorwiegend dem 9. Jahrhundert vor Christus zugeordnet werden.

Die "Talaiots", Türme in Form von Kegelstümpfen aus Trockenmauer, wurden zwischen 1.000 und 700 vor Christi Geburt gebaut. Ihre Hauptfunktion war es, das umliegende Gelände zu beobachten und unter Kontrolle zu halten. Zudem sollten sie die soziale Verbindung zwischen den Menschen fördern, die in der Umgebung wohnten.

Prähistorische Grabhöhlen und T-förmige Monumente

In der talayotischen Epoche wurden auch Grabhöhlen in die Steilküsten von Buchten und Schluchten gegraben. Ein Beispiel findet sich in der Schlucht von Calescoves in der Region Alaior. Die ältesten Grabhöhlen der Nekropole haben einen kreisförmigen oder ovalen Grundriss, sind klein und stehen an schwer zugänglichen Plätzen.

Ab 650 vor Christus beginnt die posttalayotische Periode. In dieser Zeit entstanden urtümliche Bauwerke, die es ausschließlich auf Menorca gibt: die "Taulas". Die T-förmigen Monumente bestehen aus mindestens zwei großen Steinen und sind bis zu fünf Meter hoch. Auf der Insel sind 30 Standorte von Taulas verteilt, davon sind noch 14 in recht gutem Zustand. Dort wurden Rituale für die Fruchtbarkeit der Erde und der Menschen abgehalten; darunter Opferungen, Trankopfer mit Wein und das symbolische Zerbrechen von Amphoren.

Runde Bauten aus großen Steinen

In den Siedlungen der prähistorischen Phase wurden runde Häuser gebaut. Das monumentalste bekannte Haus ist der "Círculo Cartailhac" aus dem 2. Jahrhundert vor Christus in der Siedlung "Torre d'en Galmés" in der Region Alaior. In diesen Behausungen wurde gekocht, gewoben, Käse hergestellt und gemahlen. Sie bestanden aus einem zentralen Innenhof, Schlafräumen mit Türen, Herd und Vorratsraum. Gebaut wurden die Häuser aus großen Steinen mit Dächern aus Baumstämmen, Erde und kleinen Steinen.

Ein seitlich angebauter Teil der Gebäude wird Hypostylos-Saal genannt, da er mit großen Steinplatten gedeckt ist, die sich überlappen und von Säulen getragen werden. Sie dienten als Lager. Die Inselbewohner stellten Ihr Keramikgeschirr von Hand in einfachen Öfen her, sie konstruierten auch Werkzeuge und Geräte aus Bronze. Beim Tauschhandel wurden keine Münzen benutzt, es gab keine Zeichen oder Bilder; die wertvollsten Gegenstände in dieser Epoche waren aus Bronze und Eisen.

Menorca schnuppern – kurzes Video vermittelt einen ersten Überblick über die Insel:

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