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Lufthansa steigert Gewinn trotz hoher Kerosinkosten

Die Lufthansa Group hat im dritten Quartal trotz gestiegener Treibstoffkosten mehr verdient. Der bereinigte operative Gewinn stieg um sechs Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, der Umsatz um neun Prozent auf den Rekordwert von 12,2 Milliarden Euro. Vor allem Premiumtickets und Langstrecken waren gefragt. Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen operativen Gewinn von 1,7 bis 2 Milliarden Euro.

Die steigenden Kerosinpreise belasteten das Ergebnis des Luftfahrtkonzerns in den Sommermonaten von Juli bis September mit zusätzlichen 543 Millionen Euro. Höhere Ticketerlöse, Einsparungen und die starken Ergebnisse der Sparten Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik konnten diese Mehrkosten jedoch mehr als kompensieren. Der Konzernüberschuss stieg von 966 Millionen auf rund 1,3 Milliarden Euro.

„Mit steigenden Erlösen bei konstant hoher Nachfrage und strikter Kostendisziplin konnten wir die um rund eine halbe Milliarde Euro gestiegenen Treibstoffkosten mehr als ausgleichen“, sagt Konzernchef Carsten Spohr. Allerdings bleibe die Kernmarke Lufthansa Airlines hinter den übrigen Fluggesellschaften des Konzerns zurück.

Premiumtickets und Langstrecken gefragt

Die Netzwerk-Airlines steigerten ihre Durchschnittserlöse um knapp sieben Prozent. Besonders gefragt waren nach Konzernangaben Premiumtickets sowie Flüge nach Asien und Nordamerika. Das Sitzplatzangebot wuchs um 1,6 Prozent, vor allem auf Langstrecken nach Südamerika, Afrika und Asien. Die Auslastung sank dagegen um 1,3 Prozentpunkte.

Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines verbesserten ihre Ergebnisse. Lufthansa Airlines wurde neben höheren Treibstoffkosten auch durch rund 65 Millionen Euro belastet, die auf Streiks im ersten Halbjahr zurückgehen. Insgesamt sank der bereinigte operative Gewinn der Netzwerk-Airlines um 108 Millionen auf 853 Millionen Euro.

Eurowings profitiert von höheren Ticketerlösen

Eurowings reduzierte das Angebot im dritten Quartal um 3,5 Prozent. Hintergrund waren die zunächst ausgesetzten Flüge in die Golfregion, die teilweise durch kürzere Verbindungen nach Südeuropa ersetzt wurden. Gleichzeitig stiegen die Durchschnittserlöse um acht Prozent. Die Erlöse je angebotenem Sitzplatzkilometer legten um zehn Prozent zu.

Höhere Personalkosten sowie steigende Gebühren, insbesondere auf Mallorca, belasteten dagegen das Ergebnis. Insgesamt verbesserte sich der bereinigte operative Gewinn im Geschäftsfeld Punkt-zu-Punkt-Airlines um 16 Millionen auf 214 Millionen Euro. Dazu trug auch das Gemeinschaftsunternehmen mit Turkish Airlines, Sun Express, bei.

Treibstoffrechnung steigt auf 9,3 Milliarden Euro

Für das Gesamtjahr erwartet Lufthansa wegen des Nahostkonflikts nun Treibstoffkosten von 9,3 Milliarden Euro. Das sind rund zwei Milliarden Euro mehr als im Vorjahr.

Die Prognose für den bereinigten operativen Jahresgewinn konkretisiert Lufthansa auf 1,7 bis zwei Milliarden Euro. Für das vierte Quartal erwartet der Konzern weiterhin eine robuste Nachfrage.