Die Brände treffen den Amazonas nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ungewöhnlich spät in der Trockenzeit. Normalerweise erreichen Feuer im August und September ihren Höhepunkt, bevor im Oktober Regen für Entlastung sorgt. In diesem Jahr setzt der Regen jedoch später ein.
Wissenschaftler und Behörden verweisen auf das El-Niño-Phänomen, das besonders stark ausfallen soll, sowie auf den Klimawandel. Hitze und Wassermangel verschärfen die Bedingungen. Hinzu kommt menschliches Handeln.
Rauch beeinträchtigt Manaus
Die Rauchwolken haben in mindestens 36 Gemeinden im Bundesstaat Amazonas zu Notständen geführt. Bewohner berichten über Atemprobleme. Auch Manaus mit mehr als zwei Millionen Einwohnern ist betroffen.
Wegen der schlechten Luftqualität wurden dort Veranstaltungen im Freien abgesagt. Öffentliche Schulen blieben zeitweise geschlossen.
Behörden vermuten Brandstiftung
Brasiliens Bundesregierung und der Katastrophenschutz haben Flugzeuge und Einsatzkräfte in die Region geschickt. Umweltminister João Paulo Capobianco entdeckte bei einem Überflug auch Feuer innerhalb geschützter Waldgebiete.
Das Umweltministerium sieht darin Hinweise auf vorsätzlich gelegte Brände, um Flächen für Entwaldung freizumachen, und kündigte Ermittlungen an. Natürliche Feuer sind im Amazonas selten. Brände werden dort häufig gelegt, um Land für Landwirtschaft oder Viehzucht zu gewinnen.
Christian Schmicke
