Das ausgezeichnete Projekt "Northwest Passage: Creating Economic Value Through Community-Led Experiences" läuft seit 2025. HX Expeditions entwickelt dabei touristische Angebote gemeinsam mit Inuit-Gemeinden entlang der Nordwestpassage. Die Communities entscheiden dabei nicht nur über Aktivitäten und Routen mit, sondern werden auch direkt mit touristischen Leistungen beauftragt.
Lokale Akteure bestimmen zudem, wie Kultur und Wissen gegenüber Gästen vermittelt werden. Dazu gehören traditionelle Praktiken, Handwerk, Führungen zu Kulturerbestätten und mündliches Storytelling. Pro Community sind nach Angaben von HX mittlerweile 20 bis 30 Menschen unmittelbar eingebunden.
Einnahmen fließen direkt an die Gemeinden
Für zwei Reisen im Sommer 2025 erzielten von den Gemeinden organisierte Aktivitäten rund 260.000 Euro an Einnahmen. Weitere etwa 77.000 Euro seien über optionale, von den Communities geleitete Ausflüge direkt an beteiligte Personen geflossen, heißt es.
Für die Jury verbindet das Projekt damit wirtschaftliche Beteiligung mit kultureller Selbstrepräsentation. Der Juryvorsitzende Harald Zeiss betont, nachhaltiger Tourismus gelinge dort, wo Menschen vor Ort "nicht nur beteiligt, sondern aktiv mitgestalten".
Jury entscheidet einstimmig
Die sechsköpfige Jury zeichnete das HX-Projekt einstimmig aus. Mitnominiert waren Ecomapu Travel mit "Community-Based Tourism for Valparaiso" und G Adventures mit "Trees for Days". Ecomapu Travel ist ein chilenischer Veranstalter aus Valparaíso. Mit dem Projekt "Community-Based Tourism for Valparaiso" bindet er Bewohner benachteiligter beziehungsweise touristisch wenig erschlossener Viertel direkt in den Tourismus ein. G Adventures verbindet bei "Trees for Days" Aufforstung mit Einkommen für lokale Gemeinschaften.
Bewertet wurden ausschließlich die eingereichten Projekte, nicht die Unternehmen insgesamt. In die Wertung flossen Umsetzung und wirtschaftlicher Nutzen mit jeweils 25 Prozent ein, soziale Beteiligung mit 30 Prozent sowie kulturelle Stärkung mit 20 Prozent.
Die EcoTrophea wird vom Deutschen Reiseverband für Projekte vergeben, die nachhaltige Entwicklung im Tourismus fördern. Das Jahresthema 2026 lautete "Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung".
