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Stena übernimmt norwegische Fährreederei Color Line

Der schwedische Stena-Konzern hat eine Vereinbarung zur Übernahme der norwegischen Reederei Color Line unterzeichnet. Damit werden zwei der größten skandinavischen Fährbetreiber unter einem Dach vereint. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Beide Marken sollen weiter eigenständig am Markt operieren.

Stena AB, Muttergesellschaft des Fährbetreibers Stena Line, kauft über die Tochter Stena Rederi AB sämtliche Anteile an der Color Group AS. Verkäufer ist die ONS Invest II AS, die dem norwegischen Industriellen Olav Nils Sunde und seiner Familie gehört. Den Kaufpreis haben beide Seiten laut Unternehmensangaben nicht offengelegt. Der Abschluss der Transaktion wird gegen Ende des ersten Quartals oder im Laufe des zweiten Quartals 2027 erwartet.

Color Line soll eigenständige Marke bleiben

Stena beabsichtigt, Color Line nach dem Vollzug als eigenständiges Unternehmen mit eigener Marke weiterzuführen. Das Management soll lokal in Norwegen angesiedelt bleiben, die Schiffe weiterhin unter norwegischer Flagge fahren. Gleichzeitig will Stena seine Expertise in Bereichen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und Logistik einbringen, um Color Line weiterzuentwickeln.

„Color Line ist eine der bekanntesten Marken in unserer Branche, und Stena möchte diese Stärken bewahren", sagte Color-Line-Chef Trond Kleivdal laut Mitteilung. Stena-Line-CEO Niclas Mårtensson sprach von einem „Meilenstein" in der Unternehmensgeschichte.

Keine Auswirkungen auf den laufenden Betrieb

Auf Fahrpläne, Buchungen sowie bestehende Kunden- und Lieferantenbeziehungen hat die Vereinbarung laut beiden Unternehmen keine Auswirkungen. Bis zur behördlichen Freigabe agieren Stena Line und Color Line weiterhin als separate Unternehmen.

Stena Line zählt mit 40 Schiffen, 19 Routen und rund 35.000 Abfahrten pro Jahr zu den größten Fährunternehmen Europas. Das Unternehmen beschäftigt 8.750 Mitarbeiter und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 20,2 Milliarden schwedischen Kronen. In Deutschland ist Stena Line von drei Häfen aus aktiv, mit Hauptsitz in Hamburg und einem weiteren Büro in Rostock.

Pascal Brückmann