Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr verteidigt in einem Interview mit dem Spiegel (Abo) den anhaltenden Sparkurs und kündigt an, die Effizienz weiter zu steigern. „Bei zehn Euro Gewinn pro Passagier hört das Effizienterwerden nie auf“, sagte er dem Nachrichtenmagazin.
Effizienzsteigerungen seien Teil des Geschäftsmodells, alles andere wäre unehrlich. Wie weit die Suche nach Einsparungen bei dem Luftfahrtkonzern mitunter geht, zeigte ein Test der Lufthansa auf rund 20 europäischen Strecken: untersucht wurde, wie viel Schmutz Passagiere in der Economy Class noch hinnehmen, bevor die Reinigung als unzureichend gilt. Anschließend habe die Airline aber an einigen Stellen nachgebessert, beteuert Spohr. Zudem liege Lufthansa bei der Sauberkeit weiterhin über dem Branchenstandard.
Den innerdeutschen Luftverkehr hält Spohr derweil für kaum noch zukunftsfähig. Keine Airline könne mit Verbindungen innerhalb Deutschlands ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln, sagte er. Dass Friedrichshafen und Paderborn inzwischen vom internationalen Flugverkehr abgeschnitten seien, passe nicht zu einem Exportland wie Deutschland. Auch der deutsche Heimatmarkt verliere für Lufthansa an Gewicht. Laut Spohr entfallen inzwischen nur noch 20 Prozent des Konzernumsatzes auf Deutschland.
