Im Frühjahr sah die Lage noch anders aus. Bereits vor Beginn des Iran-Kriegs lagen die Ticketpreise aus Deutschland knapp zwölf Prozent über Vorjahr, Ende März sogar 25 Prozent, so die Wirtschaftswoche (Abo). Vor Ostern zahlten Economy-Passagiere weltweit zeitweise gut ein Drittel mehr als 2025.
Inzwischen normalisieren sich die Preise. Besonders auf Strecken Richtung Asien lässt der Preisdruck laut OAG nach, seit Golfstaaten-Airlines wie Emirates wieder einen Großteil ihrer Kapazitäten anbieten. Auf Europa-Strecken steigen die Preise nur noch ungefähr mit der Inflation.
Kosten steigen schneller als die Erlöse
Für Fluggesellschaften verschärft das die Lage. Kerosin kostet laut Vorlage weiterhin etwa doppelt so viel wie vor einem Jahr. Da Treibstoff bei europäischen Airlines im Schnitt rund ein Drittel der Kosten ausmacht, liegen die Flugkosten trotz der Absicherung über das sogenannte Fuel Hedging etwa um zehn Prozent höher. Das Problem dürfte sich weiter verschärfen, weil künftige Absicherungen von Treibstoffkosten erheblich teurer werden. Hinzu kommen gestiegene Personalkosten.
Gleichzeitig schrumpft das Angebot in Deutschland. Lufthansa strich mit dem Aus von Cityline rund 20.000 Kurzstreckenflüge. Easyjet, Ryanair und Wizz Air reduzierten geplante Verbindungen wegen hoher Kosten, hinzu kommen Insolvenzen.
