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Kein Geld für Sprit, Odyssey schmeißt Gäste von Bord

Das US-Unternehmen Villa Vie Residences hat den Betrieb seines Residenzschiffs Odyssey abrupt eingestellt. Die Bewohner des Schiffs, das sich seit Oktober 2024 auf einer auf dreieinhalb Jahre angelegten Weltreise befindet, mussten in Kambodscha kurzfristig von Bord gehen. Grund sind laut Unternehmen explodierende Treibstoffkosten.

Als Ursache nennt das Unternehmen die drastisch gestiegenen Treibstoffkosten in den asiatischen Fahrtgebieten. Laut Villa Vie Residences lagen die monatlichen Treibstoffkosten pro Kabine historisch bei durchschnittlich rund 1.800 US-Dollar, sie seien zuletzt jedoch auf geschätzte 6.000 bis 8.000 US-Dollar gestiegen. Man habe zwar erhebliche Schritte zur Senkung des Verbrauchs unternommen, etwa durch langsamere Fahrt und längere Hafenaufenthalte. Das habe jedoch nicht ausgereicht.

„Die vollständige Weitergabe der Kostensteigerung an die Bewohner ist keine realistische Lösung", erklärte das Unternehmen. Die kommenden 60 Tage wolle man nun für eine Restrukturierung und Rekapitalisierung nutzen.

Finanzielle Probleme zeichneten sich seit Monaten ab

Für Branchenbeobachter kommt das vorläufige Aus nicht überraschend. Bereits im April 2026 soll Villa Vie Residences die Bewohner um Notdarlehen gebeten haben. Im Mai 2026 erhob das Unternehmen Berichten zufolge bereits einen Treibstoffzuschlag von 1.500 US-Dollar pro Kabine und Monat, der nach Protesten der Bewohner in einen freiwilligen Beitrag umgewandelt worden sein soll.

Das Projekt stand von Beginn an unter Druck. Der Start der Weltreise hatte sich im Jahr 2024 schrittweise um mehr als vier Monate verzögert. Das 1993 gebaute Schiff, die ehemalige Braemar von Fred Olsen Cruise Lines, ist knapp 200 Meter lang und bietet Platz für bis zu 650 Passagiere. Das Geschäftsmodell des Unternehmens sieht vor, dass Gäste eine Kabine ab knapp 120.000 US-Dollar erwerben können. Noch im Juli 2026 hatte Villa Vie ein zweites Residenzschiff namens „Legacy" für 2029 angekündigt.