Anlass ist eine geplante Reform der kanarischen Regierung zur Wohnnutzung in touristisch gewidmeten Immobilien. Die Verbände FEHT Las Palmas, Ashotel, Asofuer und Asolan halten eine Aktualisierung der aus ihrer Sicht veralteten Regeln für notwendig. Sie wenden sich jedoch dagegen, touristische Einheiten künftig ohne größere Einschränkungen dauerhaft als Wohnungen nutzen zu können, wie das spanische Fachportal Preferente berichtet.
Die Verbände fürchten, dass dadurch nach und nach Betten aus dem regulierten touristischen Angebot verschwinden. Sinke die Zahl der touristisch genutzten Einheiten innerhalb einer Anlage, könnten aus ihrer Sicht zudem die Finanzierung und der Betrieb von Gemeinschaftsflächen, Instandhaltung und Dienstleistungen schwieriger werden.
Verbände beziffern wirtschaftliche Risiken
Als Grundlage nennen die Organisationen Studien des Tourismusinstituts Tides der Universität Las Palmas aus dem Jahr 2024. Danach könnte eine weitreichende Umwandlung touristischer Unterkünfte in Wohnraum die Branche jährlich rund 3,586 Milliarden Euro Umsatz kosten. Zudem sehen die Verbände bis zu 88.000 Arbeitsplätze und etwa 943 Millionen Euro Steuereinnahmen gefährdet.
Sie plädieren deshalb für eine Trennung zwischen bereits bestehenden Wohnnutzungen und künftigen Fällen. Eigentümer, die eine Wohnnutzung vor dem 1. Januar 2017 nachweisen können, sollten nach ihrer Auffassung eine Lösung erhalten.
Keine generelle Freigabe
Eine solche Regelung dürfe indes nicht dazu führen, weitere ursprünglich für den Tourismus vorgesehene Einheiten in Wohnungen umzuwandeln. Einzelne Sonderfälle sollten jeweils separat geprüft werden.
Auch mögliche Verstöße oder laufende Verfahren sollten nach den bestehenden rechtlichen Wegen behandelt werden. Die Verbände lehnen es ab, dafür den allgemeinen Rechtsrahmen so zu ändern, dass eine schrittweise Wohnnutzung ganzer touristischer Anlagen erleichtert wird.
Christian Schmicke
