Nach Einschätzung von Hernández, Generaldirektor von Barcelona Turisme, entscheidet die Haltung der Einwohner mit darüber, wie sich die Destination künftig entwickeln kann. "Wenn der Tourismus nicht gewollt ist, können wir das Projekt, das wir uns vorstellen, nicht verwirklichen", sagte er laut dem spanischen Fachportal Preferente bei einem Forum des Reisebüroverbands Acave.
Die Wiederherstellung der Akzeptanz bezeichnet Hernández deshalb als eine der Prioritäten. Tourismus trage rund 13 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Barcelonas bei, werde in der öffentlichen Debatte nach seiner Einschätzung aber vor allem mit negativen Folgen verbunden. Die künftige Strategie Barcelonas soll deshalb nicht darauf ausgerichtet sein, die Zahl der Ankünfte weiter zu erhöhen.
Deutliche Skepsis in der Bevölkerung
Barcelona Turisme will deshalb stärker vermitteln, welchen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen die Branche bringt. Hernández sieht laut Preferente zugleich Defizite bei der Kommunikation der Tourismuspolitik. Ein großer Teil der Bevölkerung weiß nach seinen Angaben nicht einmal, dass es eine Tourismussteuer gibt.
"Das Problem ist nicht der Tourismus, sondern sein Management", sagte Hernández. Entscheidend sei, Maßnahmen zu finden, die die Interessen von Bewohnern und Besuchern besser miteinander ausbalancieren.
Christian Schmicke
