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DRV will nach Befragung Einbindung assoziierter Mitglieder prüfen

Die assoziierten Mitglieder des Deutschen Reiseverbands sehen ihre Interessen nicht immer angemessen vertreten. Das zeigt eine Befragung, deren Ergebnisse am Freitag vorgestellt wurden. Sie bestätigen die Kritik von Vizepräsidentin Ulrike Katz, die auch aus diesem Grund ihren Rücktritt angekündigt hat. Der DRV will seine Säulenstruktur überprüfen und kleinere Unternehmen stärker berücksichtigen.

An der von Yougov durchgeführten Befragung nahmen 212 Personen aus Mitgliedsunternehmen aller Säulen des Verbands teil. Mehr als vier von fünf Befragten kennen die komplexe Organisationsstruktur des DRV. Wie sie diese bewerten, unterscheidet sich jedoch nach Mitgliedergruppe. Insbesondere die Rückmeldungen aus Säule E, in der die assoziierten und fördernden Mitglieder organisiert sind, zeigen laut Verband, dass deren Einbindung überprüft werden müsse.

Zu dieser Gruppe gehören unter anderem Fluggesellschaft, Reiseversicherer und Dienstleister für die Reisebranche. Katz bemängelte in ihrer Rücktrittsankündigung, dass die assoziierten Mitglieder kein volles Stimmrecht haben und nur einen Vorstandsposten besetzen, während die anderen Säulen für mittelständische Reisebüros, Konzernreisebüros, mittelständische Veranstalter und Konzernveranstalter jeweils drei Vertreter stellen.

Katz kritisiert fehlenden Veränderungswillen

Die Vizepräsidentin hatte am Mittwoch angekündigt, bis Jahresende auch ihre Ämter als Vorstandsmitglied und Vorsitzende des Bildungsausschusses aufzugeben. Nach drei Jahren im Amt vermisse sie Fortschritte bei Modernisierung und Transparenz in der Verbandsarbeit. Die assoziierten Mitglieder würden nicht als vollwertige Mitglieder wahrgenommen.

DRV-Präsident Albin Loidl zeigte sich vom Rückzug überrascht und bedauert ihn: „Wir wussten von ihrem Schritt nichts.“ In Berlin widersprach dem Vorwurf, es gebe keinen Veränderungswillen im Verband. und verwies auf die Mitgliederbefragung. Daraus will der Vorstand nun Handlungsoptionen ableiten und den Mitgliedern zur Abstimmung vorlegen. Einen konkreten Zeitplan dafür nannte der Verband bislang nicht.

Mehr Gewicht für kleinere Unternehmen und Brüssel

Weitere Erwartungen der DRV-Mitglieder betreffen eine klarere, zielgerichtete Kommunikation und die stärkere Berücksichtigung kleinerer Unternehmen. Inhaltlich stehen Digitalisierung, Ausbildung und Nachwuchs sowie Nachhaltigkeit und Klimaschutz auf der Aufgabenliste. Die Ergebnisse der Umfrage sollen in die strategische Weiterentwicklung für 2027 einfließen, zu der neben der Verbandsstruktur auch der Ausbau der politischen Interessensvertretung in Brüssel gehört.

Zugleich stellen die DRV-Mitglieder ihrem Verband insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Im Vergleich mit anderen Verbänden und Organisationen ist der DRV für die Befragten überwiegend der wichtigste Ansprechpartner für politische Interessenvertretung, Krisensituationen, Markt- und Brancheninformationen sowie Rechtsfragen.

Thomas Hartung