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DRV von Katz-Rückzug als Vizepräsidentin überrascht

Eins hat Ulrike Katz mit ihrer Rücktrittsankündigung als Vizepräsidentin erreicht: Sie und ihre Kritik am Verband waren Gesprächsthema auf den Fluren des Hauptstadtkongresses. Auf dem Podium spielte der Rückzug allerdings keine Rolle. „Wir wussten von ihrem Schritt nichts“, sagt DRV-Präsident Albin Loidl. Er bedaure ihn, kann die Gründe aber nicht nachvollziehen.

Am Mittwoch hatte Katz per Pressemitteilung angekündigt, dass sie bis zum Jahresende ihr Amt als Vizepräsidentin, Vorstandsmitglied und Vorsitzende des Bildungsausschusses aufgibt. Nach einem Jahr im Amt fehle ihr im Verband der Wille zur Veränderung. Es gebe bei Tempo der Modernisierung und Transparenz und Veränderungswillen keine ausreichende Bewegung im DRV. Sie kritisiert auch, dass die Säule E der assoziierten Mitglieder nicht als vollwertige Mitglieder wahrgenommen würden.

„Wir bedauern die Entscheidung“, schreibt der DRV in einer Pressemitteilung. Präsident Albin Loidl und Verbandsgeschäftsführer Achim Wehrmann zeigen sich überrascht. „Wir wussten von ihrem Schritt nichts“, versichert Loidl. Sonst hätte er sie gebeten, diesen Schritt noch einmal zu überdenken. Nach der Veröffentlichung ihres Rückzugs seien die Telefone in der Geschäftsstelle heiß gelaufen, auch mit Vorschlägen für potenzielle Nachfolger. Bis zum Jahresende will Wehrmann die Nachwahl für den Vorstand organisieren.

Ein Kritikpunkt von Katz ist die Sonderrolle der assoziierten Mitglieder im DRV. Sie stellen die Säule E, die von der bisherigen Vizepräsidentin Katz vertreten wird. Darunter sind große Unternehmen wie Lufthansa und Reiseversicherungen, aber auch kleine Dienstleister. Katz beklagt, dass assoziierte Mitglieder kein volles Stimmrecht im Verband haben und nicht wie die anderen Säulen drei Vorstandsmitglieder, sondern nur eins stellen, das sie im Ehrenamt bekleidet.

Mitgliederbefragung als Startschuss für Veränderungen

Fehlender Veränderungswille lassen sich Loidl und Wehrmann nicht vorwerfen. In einem Verband brauche dies aber Zeit. Der DRV habe eine Mitgliederbefragung durchgeführt, die am Freitag in Berlin vorgestellt werden soll. Aus den Ergebnissen will der Vorstand Handlungsoptionen für Veränderung erarbeiten und dann den Mitgliedern zur Abstimmung stellen. Einen konkreten Zeitplan dafür gibt es nicht. Die Rolle der assoziierten Mitglieder werde man sich aber auch genauer anschauen, sagt Wehrmann.

Auf den Fluren des DRV-Kongresses fallen die Kommentare zum Rücktritt von Katz unterschiedlich aus. Einerseits Zuspruch, Bedauern und Respekt, andererseits Kritik und Unverständnis am Zeitpunkt und der Kommunikation.

Thomas Hartung