So häufig laden Europa, Amerika und Asien Besuch ein
Man kennt das aus eigener Erfahrung: Manche Menschen laden ständig Gäste zu sich nach Hause ein, andere selten oder nie. Eine Umfrage der Marktforschungsgesellschaft GfK in 17 Ländern zeigt nun, dass dieses Verhalten in verschiedenen Ländern auch unterschiedlich ausgeprägt ist. Das ist auch auf Reisen nützlich zu wissen. Schließlich verdeutlicht es, wie selbstverständlich oder ungewöhnlich es in einem Land ist, andere Menschen zu sich nach Hause einzuladen.
Lateinamerikaner sind besonders gastfreundlich. Am geselligsten sind in dieser Hinsicht die Einwohner Mexikos und Argentiniens. 42 Prozent der Mexikaner und 39 Prozent der Argentinier empfangen mindestens einmal in der Woche Besuch. Sieben Prozent der Mexikaner und sechs Prozent der Argentinier haben sogar täglich Gäste. Zu den Nationen, die häufiger andere Menschen in die eigenen vier Wände lassen, zählen auch Brasilien (36%), Italien (34) und China (30%).
In Deutschland geben insgesamt 22 Prozent an, mindestens einmal wöchentlich zu Hause Besuch zu empfangen. Weitere 42 Prozent laden einmal im Monat oder öfter Gäste zu sich ein. Wohlhabende Menschen sind dabei übrigens häufiger Gastgeber als Empfänger geringerer Einkommen. Selten oder nie hat etwas mehr als ein Drittel der Deutschen Besuch. In den Vereinigten Staaten ist der Anteil der Eigenbrötler deutlich höher – er machte 50 Prozent der Befragten aus.
Koreaner und Japaner bleiben zu Hause lieber unter sich. Am anderen Ende der Skala rangieren Japan und Korea. So haben 56 Prozent der Japaner seltener als einmal im Monat Verwandte, Freunde oder Bekannte bei sich zu Hause. Ein gutes Viertel empfängt überhaupt nie Besuch. In Korea bewegt sich der Anteil derer, die niemals Gäste haben, sogar bei 28 Prozent. 40 Prozent holen sich seltener als einmal im Monat Gesellschaft ins Haus. Echte Besuchsmuffel sind auch unsere niederländischen Nachbarn. 19 Prozent von ihnen laden nie und fast zwei Drittel nicht mal monatlich Leute zu sich ein.
Christian Schmicke